Mittwoch, 17. Dezember 2025

Hilfe, ich kann die Noten nicht mehr lesen!

Wenn Chormusik an den Augen scheitert – Herausforderungen und Lösungen für ältere Sänger:innen



Es ist ein Thema, das in vielen Chören immer häufiger zur Sprache kommt: „Hilfe, ich kann die Noten nicht mehr lesen!“ Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Mitglieder werden Augenerkrankungen zum echten Problem – und das betrifft nicht nur das Lesen von Liedtexten, sondern vor allem das Notenlesen. Während sich Text mit wenigen Klicks oder einer Lupe vergrößern lässt, ist das bei Notenblättern oft viel komplizierter.

Warum ist das Notenlesen im Alter so schwierig?

Mit zunehmendem Alter treten verschiedene Augenerkrankungen auf, die das Notenlesen massiv erschweren. Eine Übersicht zeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen sein können:

  • Grauer Star (Katarakt): Die Linse trübt sich, alles wirkt verschwommen – Notenlinien und Symbole verlieren an Kontrast und Klarheit.
  • Grüner Star (Glaukom): Teile des Sichtfelds fallen aus, Notenzeilen erscheinen lückenhaft.
  • Makuladegeneration (AMD): Die zentrale Sehschärfe geht verloren, die Mitte des Notenblatts verschwimmt.
  • Diabetische Retinopathie: Flecken und Ausfälle im Sichtfeld verdecken oder verzerren Noten.
  • Presbyopie (Altersweitsichtigkeit): Nahes Sehen wird unscharf, Notenblätter müssen weiter weg gehalten oder mit Brille gelesen werden.
  • Schlaganfall-Folgen, Demenz, Parkinson: Auch neurologische Erkrankungen können das visuelle Erfassen und Verarbeiten von Noten massiv beeinträchtigen.

Text vergrößern? Kein Problem. Noten vergrößern? Eine Wissenschaft!

Während Text einfach auf Großdruck umgestellt werden kann, ist das bei Notenblättern viel komplexer. Noten bestehen aus Linien, Symbolen, Abständen und Strukturen, die beim Vergrößern oft „auseinanderfallen“ oder unübersichtlich werden. Ein zu großes Notenblatt passt nicht mehr aufs Display oder auf eine Seite, die Orientierung geht verloren, und das Umblättern wird zur Herausforderung.

Was hilft beim Notenlesen im Alter?

Es gibt verschiedene Ansätze, um das Notenlesen für ältere Sänger:innen zu erleichtern:

  • Großdruck-Noten: Spezielle Ausgaben (z.B. Carus XL) bieten größere Notenschrift, mehr Weißraum und weniger Systeme pro Seite. Das macht die Noten leichter erfassbar, auch bei schwächerem Licht.
  • Digitale Lösungen: Tablets und E-Reader mit Zoomfunktion, spezielle Apps wie LargePrintMusic oder MobileSheets, ermöglichen das Vergrößern und Anpassen von Notenblättern.
  • Technische Hilfen: Vergrößerungsgläser, Lesebrillen, LED-Notenpultlampen.
  • Organisation im Chor: Gute Beleuchtung, klare Ansagen, Partnerhilfe beim Umblättern.
  • Musikalische Strategien: Auswendiglernen, Hörübungen, farbliche Markierungen für Einsätze.
  • Gesundheitliche Unterstützung: Regelmäßige Augenarztkontrollen, Brillenanpassung, Gedächtnis- und Wahrnehmungstraining.

Kritischer Blick auf Großdruck-Noten: Mehr Schein als Sein?



Der Carus Verlag allein, hat Großdrucknoten im Programm unter der Bezeichnung XL-Ausgaben mit einer Vergrößerung der Notenschrift um 30–40 % nach eigenem Bekunden. Doch ein genauer Vergleich der Probenseiten – Großdruck gegen normalen Klavierauszug – offenbart eine andere Realität: Die Noten selbst sind nahezu identisch, lediglich das Papierformat ist größer. Während der normale Klavierauszug etwas kleiner als DIN A4 ist, wird beim Großdruck einfach auf A4 gedruckt. Die eigentliche Notenschrift bleibt oft gleich groß, und die versprochene bessere Lesbarkeit entsteht vor allem durch mehr Weißraum und weniger Systeme pro Seite.

Carus offeriert auf seiner Seite auch keine Maßangaben der Klavier- und Chorauszüge, nur die XL Ausgaben sind genau A4 groß. Klavierauszüge sind zwischen B5 (17,6 × 25 cm) und dem Carus‑Zwischenformat, (18,9 × 27 cm selbst gemessen bei der Matthäus-Passion). Die Anzahl der Seiten bei der XL Ausgabe ist gewöhnlich gleich der des Klavierauszugs. Damit ergib sich (29,727) / 27=2,7/ 27=0,1 also eine 10% Vergrößerung der Seitenhöhe. Wie bei den Probeseiten, die nur für einige XL Ausgaben vorhanden sind, ist aber Notengröße und Schriftgröße beider Ausgaben gleich beim unteren Beispiel stellt man die Probeseiten gleichgroß nebeneinander - soweit das Auge das unterscheiden kann. Die Vergrößerung ergibt sich also nur aus der 10% Vergrößerung der Höhe der Seite. In diesem Fall kann die Vergrößerung also bestenfalls insgesamt 10% statt 30-40% betragen. Hier sollte Carus konsistenter in seinen Angaben werden, und dem Hilfesuchenden nachvollziehbare Vergleiche ermöglichen.

Da nur ein Teil der XL Ausgaben Probeseiten enthält, die Größen Änderung zwischen Chorauszug/Klavierauszug und XL Ausgabe nur geraten werden kann, da Carus zu ersterem keine genauen Angaben macht, kann auch die tatsächliche prozentuale Vergrößerung in der Mehrzahl der Fälle nur geraten werden. Es ist aber nicht auszuschließen, das es tatsächlich XL Ausgaben gibt, die eine Vergrößerung um 30-40% erreichen - zumindest nicht ohne diese tatsächlich zu erwerben.

Diese Erfahrung haben auch zwei Damen aus meinem Chor gemacht, die für Mendelssohns „Lobgesang“ extra die XL-Ausgabe gekauft haben. Ihr Fazit: Der Mehrpreis hat sich nicht gelohnt. Die Noten waren kaum besser lesbar als in der Standardausgabe, und der praktische Nutzen blieb hinter den Erwartungen zurück. Gerade für Sänger:innen mit Sehproblemen ist das enttäuschend, denn sie hoffen auf eine echte Verbesserung – und nicht nur auf ein größeres Blatt Papier.

Links ist der normale Klavierauszug, rechts der Großdruck...

In einem heute mit dem Auftragsdienst von dzb-lesen geführtes Telefonat, wurde diese übrigens Beobachtung bestätigt, das die Vergrößerung in vielen Fällen weit unter den selbst bekundeten 30-40% liegt und nur durch das etwas größere Buchformat umgesetzt wird, und das der Verlag hier nur sehr moderaten Aufwand investiert. Da auch Probeseiten nur in einem Teil der Fälle bei den Produkten aus dem Shop beiliegen, kann der Interessent nicht entscheiden, ob diese Vergrößerung reicht.


Fazit: XL heißt nicht automatisch groß – manchmal nur ein großes Versprechen, das leider nicht gehalten wird

Carus bewirbt die XL‑Serie mit 30–40 % Vergrößerung. In der Realität landet man jedoch oft bei einem „A4‑aufgepumpten Normaldruckchen“: rund 10 % mehr, weil der Klavierauszug vorher einfach kleiner gedruckt wurde. Wie klein? Bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Probeseiten? Gelegentlich. Die tatsächliche Lesbarkeit erfährt man erst nach dem Kauf.

Echter Großdruck nach MSN‑Standard sieht anders aus.

MSN steht für Music Specification for Notation for Low Vision – ein international entwickelter Standard, der festlegt, wie Noten für Menschen mit Sehbeeinträchtigung gesetzt werden sollten: größere Notenköpfe, mehr Abstand, klare Linien, reduzierte Informationsdichte, optimierte Umbrüche. Also nicht „größer gedruckt“, sondern neu gestaltet.

In Deutschland setzt "dzb lesen" (das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen in Leipzig) diesen Standard ein. "dzb lesen" ist eine staatlich geförderte Einrichtung, die barrierefreie Medien produziert: Braille, Hörbücher, Tastgrafiken – und eben auch echten Großdruck, der den Namen verdient. Dort wird nicht aufwandsvermeidend skaliert, sondern professionell neu gesetzt.

Ein deutsches Pendant zu MSN‑konformen kommerziellen Notenausgaben? Leider Fehlanzeige. Viel Engagement, wenig Standardisierung.

Kurz: Wer „XL“ bestellt, bekommt manchmal nur „L“ oder weniger. Und wer echten Großdruck braucht, muss weiter prüfen, messen, vergleichen – oder sich an Stellen wenden, die wissen, wie barrierefreies Notenlayout wirklich funktioniert.


Warum ist echte Vergrößerung bei Noten so schwierig?

Das Problem liegt darin, dass Notenblätter viel komplexer aufgebaut sind als reiner Text. Eine bloße Vergrößerung des Formats reicht nicht aus, um die Lesbarkeit wirklich zu verbessern. Die Notenschrift müsste tatsächlich größer gesetzt werden, mit mehr Abstand zwischen den Systemen und Symbolen. Doch das ist aufwendig und wird von den Verlagen scheint es nur halbherzig umgesetzt. Dabei spielt auch eine Rolle, das ein Klavierauszug einen Weihnachtsoratoriums so schon schwer ist - verdoppelt man die Zahl der Seiten, verdoppelt sich auch das Gewicht des Buchs, und die Herstellungskosten sind auch betroffen. Die XL Reihe ist da sicher ein Kompromiss in Papier, aber hilft eben nur einem Teil die mit wenig Vergrößerung auskommen.

Carus-App: Viel Shop, wenig echte Hilfe für Sehbehinderte

Ein weiteres Problemfeld ist die hauseigene App von Carus. Sie wird zwar als moderne Lösung für digitale Noten angepriesen, entpuppt sich aber im Alltag vor allem als Verkaufsbude: Die App dient in erster Linie dazu, Noten zu verkaufen und anzuzeigen – und zwar als starre PDF-Dateien. Für Chormitglieder mit Sehproblemen ist das eine große Enttäuschung, denn die App bietet keine Möglichkeit, die Notendarstellung individuell anzupassen. Es gibt keine Option, Akkoladen oder Systeme neu auf die Seiten zu verteilen, Notenlinienabstände zu verändern oder die Notenschrift wirklich zu vergrößern. Die Anzeige bleibt auf das PDF beschränkt, das der Verlag bereitstellt – und das ist in der Regel identisch mit der gedruckten Ausgabe, nur eben digital.

Für eine aktuelle und vollständige Liste empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Carus-XL-Flyer-Seite (PDF) oder eine gezielte Suche im Carus-Webshop.

Aktuell kann man etwa 25–30 Carus XL-Ausgaben als PDF kaufen, wobei die genaue Zahl schwankt und vom jeweiligen Werk abhängt. Wer eine bestimmte Großdruck-Ausgabe als PDF sucht, sollte gezielt im Carus-Shop oder bei großen Notenportalen nachsehen und ggf. direkt beim Verlag nachfragen. Die Auswahl ist deutlich kleiner als bei den regulären Ausgaben.

Gerade im Vergleich zu spezialisierten Programmen wie LargePrintMusic oder Musescore, die eine flexible Anpassung und echte Vergrößerung ermöglichen, bleibt die Carus-App weit hinter den Erwartungen zurück. Wer auf eine digitale Lösung hofft, die wirklich barrierefrei ist und sich an die Bedürfnisse älterer oder sehbehinderter Sänger:innen anpasst, wird hier enttäuscht. Nach aktuellem Stand gibt es in der Carus-App keine Funktion, die eine bessere Verteilung von Akkoladen und Systemen auf den Seiten erlaubt oder die Notenschrift individuell anpassbar macht.

Fazit:

Wer auf Großdruck-Noten setzt, sollte genau hinschauen und sich nicht allein von den Werbeversprechen leiten lassen. Ein größeres Papierformat bedeutet nicht automatisch bessere Lesbarkeit. Für viele Chormitglieder mit Sehproblemen lohnt sich der Mehrpreis oft nicht – echte Verbesserungen bieten vor allem digitale Lösungen und individuell angepasste Notensätze.

Digitale Lösungen und spezialisierte Programme wie LargePrintMusic bieten hier deutlich mehr Flexibilität, weil sie die Notenschrift wirklich vergrößern und individuell anpassen können.

Spezialisierte Verlage für Großdrucknoten

  • 66Plus Verlag: Dieser Verlag bietet explizit Noten im Großdruck an, insbesondere für den Bereich Senioren und gemeinsames Singen. Im Sortiment finden sich verschiedene Liederbücher und thematische Sammlungen, die speziell auf gut lesbare Notenschrift ausgelegt sind. Das Angebot ist online einsehbar und direkt bestellbar.
    Mehr Informationen und Sortiment bei 66Plus Verlag


Wie funktioniert LargePrintMusic?



LargePrintMusic ist ein spezialisiertes Programm für Windows und Mac, das es ermöglicht, beliebige Notenblätter (meist als PDF) zu vergrößern – speziell für sehbehinderte Musiker:innen. Der Ablauf ist wie folgt:

  1. PDF einlesen: Sie scannen oder laden Ihr Notenblatt als PDF in das Programm.
  2. Erkennung der Notenzeilen und Takte: Das Programm erkennt automatisch die Notenzeilen und Taktstriche. Bei schlechter Scanqualität kann man diese auch manuell markieren.
  3. Einstellungen für die Vergrößerung: Sie bestimmen, wie viele Notenzeilen und Takte pro Seite angezeigt werden sollen. Weniger Zeilen/Takte bedeuten größere Noten.
  4. Export: Das Ergebnis wird als neues, vergrößertes PDF ausgegeben. Dieses kann auf Papier gedruckt oder auf jedem Tablet/PC mit PDF-Reader angezeigt werden.
  5. Optionen: Sie können einzelne Stimmen herausfiltern, Wiederholungen automatisch einfügen und die Seitenaufteilung individuell anpassen. Das Programm ist einfach gehalten, aber die Icons sind nicht immer kontrastreich.

Tutorial: Ein kurzes Video zeigt, dass der gesamte Prozess (je nach Umfang und Qualität des Ausgangs-PDFs) in wenigen Minuten bis etwa einer halben Stunde erledigt ist. Für einen kompletten Klavierauszug kann es etwas länger dauern, vor allem wenn viele Seiten manuell nachbearbeitet werden müssen.



Kann man einen kompletten Klavierauszug vergrößern?

Ja, LargePrintMusic ist ausdrücklich dafür gemacht, ganze Notenhefte oder Klavierauszüge zu verarbeiten. Sie können das gesamte PDF importieren und Seite für Seite vergrößern. Die Software erkennt auch mehrstimmige Partituren und erlaubt das gezielte Herausfiltern einzelner Stimmen, falls gewünscht. Das Ergebnis ist ein vollständiger, vergrößerter Klavierauszug als PDF, der auf jedem System angezeigt oder ausgedruckt werden kann.

Wie lange dauert die Verarbeitung?

  • Automatische Erkennung: Bei guten PDFs dauert die automatische Erkennung der Notenzeilen und Takte meist nur wenige Minuten.
  • Manuelle Nachbearbeitung: Bei komplexen oder schlecht gescannten Noten kann die manuelle Nachbearbeitung pro Seite einige Minuten in Anspruch nehmen.
  • Gesamtdauer: Für einen kompletten Klavierauszug (z.B. 30–50 Seiten) sollten Sie je nach Qualität und Komplexität zwischen 30 Minuten und 2 Stunden einplanen. Die eigentliche Vergrößerung und PDF-Erstellung geht dann sehr schnell.

Urheberrecht: Was ist erlaubt?

Das Vergrößern von Noten mit LargePrintMusic ist rechtlich eine Vervielfältigung. Sie dürfen dies nur tun, wenn:

  • Die Noten gemeinfrei sind (Komponist seit über 70 Jahren verstorben und keine wissenschaftliche Neuausgabe mit eigenem Schutz).
  • Sie eine digitale Lizenz vom Verlag besitzen, die die Bearbeitung und Vervielfältigung erlaubt.
  • Sie die Noten selbst geschrieben haben oder ausdrücklich die Erlaubnis des Rechteinhabers (Verlag, Komponist) besitzen.

Nicht erlaubt:

  • Das Vergrößern und Kopieren urheberrechtlich geschützter Noten ohne Lizenz ist verboten und kann rechtliche Konsequenzen haben. Auch das Teilen der vergrößerten PDFs ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers nicht zulässig.

Zusammenfassung:
Mit LargePrintMusic können Sie komplette Klavierauszüge schnell und flexibel vergrößern und als PDF ausgeben. Die Bedienung ist einfach, die Verarbeitung dauert je nach Umfang und Qualität zwischen wenigen Minuten und etwa zwei Stunden. Wichtig: Prüfen Sie immer die Urheberrechte! Gemeinfreie Noten sind unproblematisch, bei geschützten Werken benötigen Sie eine Lizenz vom Verlag.

Tipp:

Weitere Infos, eine Demoversion und Tutorials finden Sie direkt auf largeprintmusic.com.

Tablets und Displays: Welche Geräte eignen sich?



Die Wahl des richtigen Geräts ist entscheidend. Große Tablets wie das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra oder das TCL Nxtpaper 14 bieten fast DIN A4-Größe und sind augenschonend. E-Ink-Reader wie der Onyx Boox Tab X sind besonders für längeres Lesen geeignet. Aber auch hier gilt: Gewicht, Displaytyp, Seitenverhältnis und Preis spielen eine Rolle.





Empfehlungen für Tablet-Displays bei Augenerkrankungen

Augen-erkrankungEmpfohlener DisplaytypBeispielgeräteVorteile für BetroffeneHinweise / Nachteile
Grauer Star (Katarakt)IPS / AMOLED, hohe Helligkeit, kontrastreich, matte OberflächeTCL Nxtpaper 14, Samsung Galaxy Tab S9 UltraHohe Helligkeit und Kontrast helfen, unscharfe Bereiche auszugleichen. Matte Displays reduzieren Blendung.OLED kann bei starker Lichtempfindlichkeit zu hell sein.
Makula-degeneration (AMD)Großes Display, hohe Auflösung, Zoomfunktion, matte OberflächeTCL Nxtpaper 14, iPad Pro 13", Onyx Boox Tab XGroßes Display und Zoom helfen, zentrale Sehschwäche zu kompensieren. Matte Displays vermeiden Reflexionen.Gewicht und Preis beachten.
GlaukomGroßes Display, hohe Helligkeit, variable SeitenverhältnisseSamsung Galaxy Tab S9 Ultra, Xiaomi Pad 7 UltraGroßes Display ermöglicht flexible Anordnung der Noten, hohe Helligkeit hilft bei Gesichtsfeldausfällen.AMOLED kann für manche zu kontrastreich sein.
Diabetische RetinopathieE-Ink (Kaleido), hohe Auflösung, variable ZoomfunktionOnyx Boox Tab X, PadMu 4E-Ink reduziert Blendung und ist augenschonend, hohe Auflösung hilft bei Flecken im Sichtfeld.E-Ink langsamer beim Blättern, Farben weniger kräftig.
Presbyopie (Altersweit-sichtigkeit)Großes Display, variable Zoomfunktion, hohe AuflösungTCL Nxtpaper 14, iPad Pro 13", Samsung Galaxy Tab S9 UltraGroßes Display und Zoomfunktion ermöglichen bequemes Lesen auch bei Nahsehschwäche.Preis und Gewicht beachten.
Parkinson / TremorLeichtes Gerät, stabile Halterung, große TouchflächenFujitsu Quaderno A4 Gen 3, iPad Air 13"Leichtes Gerät erleichtert das Halten, große Touchflächen und stabile Halterungen helfen bei Zittern.E-Ink weniger reaktionsschnell.
Demenz / AlzheimerEinfaches Bedienkonzept, klare Anzeige, große SymboleiPad Air 13", TCL Nxtpaper 14Klare, kontrastreiche Anzeige und einfache Bedienung unterstützen die Orientierung.Komplexe Apps vermeiden.

Warum diese Empfehlungen?

  • Matte Displays (wie beim TCL Nxtpaper 14) sind besonders für Menschen mit Blendempfindlichkeit oder Katarakt geeignet, da sie Reflexionen stark reduzieren und ein papierähnliches Lesegefühl bieten.
  • Große Displays (ab 13 Zoll) und hohe Auflösung sind für alle Augenerkrankungen hilfreich, da sie mehr Platz für vergrößerte Noten bieten und Details besser erkennbar machen.
  • E-Ink-Displays sind augenschonend und besonders für längeres Lesen geeignet, aber weniger farbintensiv und langsamer beim Blättern.
  • AMOLED und IPS bieten hohe Kontraste und Helligkeit, was bei Sehschwäche und Gesichtsfeldausfällen hilft.
  • Zoomfunktion und variable Seitenverhältnisse sind wichtig, um Noten individuell anpassen zu können.

Fazit:
Die Wahl des richtigen Tablets hängt stark von der individuellen Augenerkrankung ab. Matte, große und kontrastreiche Displays sind für die meisten Sehprobleme vorteilhaft. E-Ink eignet sich für längeres Lesen, AMOLED und IPS für hohe Kontraste und Helligkeit. Die Bedienbarkeit und das Gewicht sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

Mehr Details sind in meinem aktuellen Blogartikel zu finden: https://petrasnotenbuechlein.blogspot.com/2025/12/tabletts-fur-chorsanger-welche-gerate.html

PDF-Optimierung: Mehr aus dem Display herausholen

Mit Tools wie SmallPDF oder ScanTailor lassen sich PDF-Ränder beschneiden, Seiten teilen und schiefe Scans korrigieren. So wird die Displayfläche optimal genutzt und das Notenblatt passt besser auf den Bildschirm.



Auch Notenanzeige Apps, namentlich forSore (nur iOS) und MobileSheets bieten die Option, den Rand zu beschneiden.


Bookmarks - zum Navigieren auf dem Tablett unabdingbar



Bookmarks können mit den meisten PDF-Readern in PDFs eingefügt werden. Dabei sollte man auch Hierarchien Nutzen und als Navigationsmarker Nummern, Seitennummern, Buchstaben und Taktnummern in Betracht ziehen.


Großdruck auf Bestellung und Selbsthilfe: Das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)



Das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) fertigt Noten in Großdruck nach individuellen Wünschen an – Voraussetzung ist ein Behindertenausweis mit Kennzeichen für Sehbehinderung. Übersicht: OMR-Software & Online-Dienste

Das dzb lesen in Leipzig ist eine zentrale Anlaufstelle für sehbehinderte und blinde Musiker:innen, die Noten in Großdruck benötigen. Das Angebot umfasst die individuelle Anfertigung von Großdruck-Noten in verschiedenen Schriftgrößen – zum Beispiel 160 % oder 200 %. Dabei können sowohl Originale als auch Kopien eingesendet werden, und das Zentrum übernimmt die Übertragung, den Druck und die Bindung.

Preise:
Die Kosten für die Anfertigung von Großdruck-Noten werden individuell kalkuliert und richten sich nach dem Umfang und der Komplexität der Vorlage. Ein konkretes Angebot erhält man nach Einsendung der Noten. Die Preise sind transparent und werden vorab mitgeteilt. Für die Nutzung des Angebots ist ein Nachweis der Sehbehinderung Voraussetzung.

Sortiment:
Neben individuellen Aufträgen bietet dzb lesen auch eine Großdruckbibliothek mit über 1.000 Titeln aus verschiedenen Kategorien wie Chorgesang, Klaviermusik und Ensembles. Die Bibliothek ist online einsehbar und kann nach Kategorien durchsucht werden.

Lizenz und Urheberrecht:
Die Anfertigung von Großdruck-Noten durch dzb lesen ist rechtlich abgesichert, da das Zentrum ausschließlich für Personen mit Sehbehinderung arbeitet und die Übertragung im Rahmen der gesetzlichen Ausnahmen (§ 45a UrhG) erfolgt. Das bedeutet:

  • Die Vorlage muss entweder gemeinfrei sein oder Sie müssen das Recht zur Nutzung besitzen (z.B. durch Kauf oder Lizenz).
  • dzb lesen prüft die rechtliche Situation und fertigt Großdruck-Noten nur an, wenn die Lizenzlage eindeutig ist.
  • Die angefertigten Großdruck-Noten sind ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt und dürfen nicht weiterverkauft oder öffentlich verbreitet werden.

Kontakt und Ablauf:
Für Anfragen und Aufträge stehen die Mitarbeiter:innen der Großdruckbibliothek telefonisch und per E-Mail zur Verfügung. Nach Einsendung der Vorlage erhalten Sie ein Kostenangebot und können den Auftrag bestätigen. Die fertigen Noten werden Ihnen dann zugesendet.

Individuelle Preisgestaltung und Kostenvoranschlag

Das dzb lesen bietet Großdruck-Noten als individuellen Service an. Die Preise richten sich nach dem Umfang, der Komplexität und dem gewünschten Format der Vorlage. Es gibt keine pauschale Preisliste für Großdruck-Noten, sondern du erhältst nach Einsendung deiner Notenvorlage und einer kurzen Beratung einen individuellen Kostenvoranschlag. Eine persönliche Absprache wird ausdrücklich empfohlen, um die Wünsche und den Aufwand genau zu klären.

Erfahrungswerte und Beispiele

Konkrete Preisbeispiele werden auf der Website nicht genannt. Aus Erfahrungsberichten und Foren lässt sich ableiten:

  • Für kleinere Werke (z. B. ein Liedsatz oder ein kurzer Chorsatz) können die Kosten im Bereich von etwa 20–40 € liegen.
  • Für umfangreichere Werke (z. B. ein ganzer Klavierauszug oder eine größere Kantate) können die Kosten je nach Aufwand und Seitenzahl auch 60–150 € oder mehr betragen.
  • Die Preise beinhalten die Übertragung, den Druck und die Bindung der Noten im gewünschten Großdruckformat.

Was ist im Preis enthalten?

  • Beratung und Prüfung der Vorlage
  • Übertragung und Anpassung ins Großdruckformat
  • Druck und Bindung (nach Wunsch)
  • Versand

Besonderheiten

  • Die Bearbeitungszeiten sind meist kurz, können aber je nach Auftragslage variieren.
  • Voraussetzung ist ein Nachweis der Sehbehinderung (Behindertenausweis).
  • Die Preise werden transparent vorab mitgeteilt, sodass du erst nach Kostenzusage verbindlich bestellst.

Fazit

dzb lesen bietet eine professionelle und rechtlich sichere Möglichkeit, Noten in Großdruck zu erhalten – individuell angepasst und mit transparenten Preisen. Die Lizenzfragen werden sorgfältig geprüft, sodass Sie als Nutzer:in keine rechtlichen Risiken eingehen. Besonders für Chorsänger:innen mit Sehbehinderung ist das Angebot eine wertvolle Unterstützung.


Mit welchen Kosten man konkret rechnen musst, hängt stark vom Umfang und der Komplexität deines Auftrags ab. Für ein individuelles Angebot empfiehlt sich eine direkte Anfrage beim Team DaCapo von dzb lesen. Die Kontaktmöglichkeiten findest du auf der Website des Zentrums.

dzb lesen arbeitet in bestimmten Fällen mit Verlagen zusammen, wenn Noten urheberrechtlich geschützt sind. Das Zentrum prüft bei jedem Auftrag die rechtliche Lage. Ist das Werk nicht gemeinfrei, wird in der Regel Kontakt mit dem jeweiligen Verlag aufgenommen, um eine Nutzungslizenz für die Großdruck-Anfertigung einzuholen. Erst wenn die Zustimmung des Rechteinhabers (z. B. des Verlags) vorliegt, wird der Auftrag ausgeführt. Die Kosten für die Lizenz werden dabei transparent kommuniziert und sind Teil des individuellen Angebots.

Notensatzdatei vs. PDF: Der technische Unterschied

Notensatzdateien (wie .mscz, .sib, .musx) enthalten die musikalischen Informationen als strukturierte, digitale Daten: Jede Note, Linie, Takt, Text und jedes Symbol ist einzeln gespeichert und kann beliebig skaliert, verschoben oder neu angeordnet werden. Das Layout ist flexibel und lässt sich mit wenigen Klicks anpassen.

PDF-Dateien hingegen sind „flache“ Dokumente: Sie speichern die Noten als fertiges Bild oder Grafik. Die einzelnen Elemente sind nicht mehr als musikalische Objekte erkennbar, sondern nur noch als Pixel oder Vektoren. Änderungen am Layout, an der Notengröße oder an Abständen sind nur mit großem Aufwand und meist nur durch Umwege (z. B. optische Notenerkennung, OMR) möglich.

Warum ist die Vergrößerung aus Notensatzdateien so einfach?

  • In Notensatzprogrammen kannst du mit wenigen Klicks die Notengröße (meist als „Spatium“ bezeichnet) anpassen. Das Spatium ist der Abstand zwischen zwei Notenlinien und bestimmt die gesamte Skalierung der Notenschrift.
  • Erhöhst du das Spatium, werden alle Noten, Symbole, Texte und Abstände automatisch proportional vergrößert. Das Layout bleibt sauber, die Seitenumbrüche werden neu berechnet, und du kannst gezielt steuern, wie viele Systeme pro Seite erscheinen.
  • Auch weitere Anpassungen wie größere Schrift für Liedtexte, mehr Weißraum oder weniger Systeme pro Seite sind direkt möglich – alles bleibt editierbar und verlustfrei.

Warum ist das bei PDFs so schwierig?

  • Ein PDF ist wie ein „Foto“ vom fertigen Notenblatt. Du kannst zwar das ganze Blatt vergrößern (z. B. beim Drucken oder mit Zoom), aber die Noten werden dabei nicht wirklich „neu gesetzt“. Die Abstände zwischen Notenlinien, Notenköpfen und Texten bleiben fix, und das Layout kann schnell unübersichtlich werden.
  • LargePrintMusic tut genau das
  • Willst du aus einem PDF eine echte Großdruck-Ausgabe machen, musst du entweder das PDF beschneiden und auf größerem Papier drucken (was oft wenig bringt) oder eine OMR-Software nutzen, um die Noten zu erkennen und in eine editierbare Datei zu verwandeln – was fehleranfällig und aufwendig ist.

4. Die Rolle des Spatiums

Das Spatium ist der zentrale Parameter in jedem Notensatzprogramm. Es legt fest, wie groß die Notenlinien und damit die gesamte Notenschrift sind.

  • Kleines Spatium: Viele Systeme pro Seite, kleine Noten – schwer lesbar für Sehbehinderte.
  • Großes Spatium: Weniger Systeme pro Seite, große Noten – optimal für Großdruck.

Durch die Anpassung des Spatiums kannst du gezielt steuern, wie groß die Noten werden, ohne dass das Layout „zerfällt“. Das ist mit PDFs nicht möglich, da dort das Spatium bereits festgelegt und nicht mehr editierbar ist.

Fazit:

Vergrößerte Ausgaben aus Notensatzdateien sind einfach, flexibel und professionell, weil das Spatium und alle Layout-Parameter verlustfrei angepasst werden können. Bei PDFs fehlt diese Flexibilität – hier ist echte Vergrößerung nur mit viel Aufwand und oft Qualitätsverlust möglich. Das Spatium ist dabei der Schlüssel zur optimalen Lesbarkeit im Großdruck.

Übersicht: OMR-Software & Online-Dienste


NamePlattformPreis (Stand 2024)Praxistauglichkeit / Besonderheiten
SmartScore 64Windows, Macca. 199 € (Vollversion)Sehr leistungsfähig, erkennt komplexe Partituren, gute Editierfunktionen, aber Einarbeitung nötig. Sehr gute Ergebnisse bei klaren Scans.
PhotoScore UltimateWindows, Macca. 249 € (Vollversion)Marktführer, sehr gute Erkennung, besonders in Verbindung mit Sibelius. Unterstützt Handschrift (eingeschränkt).
ScanScoreWindows, Macab 39 € (Einzelstimme), 149 € (Ensemble), 219 € (Professional)Einsteigerfreundlich, erkennt PDFs und Fotos, gute Ergebnisse bei Standardnoten, weniger bei komplexen Partituren.
PlayScore 2iOS, Androidca. 6 €/Monat oder 39 €/JahrSehr einfach zu bedienen, scannt direkt mit Smartphone, gute Ergebnisse bei Einzelstimmen und Chorsätzen.
AudiverisWindows, Mac, Linux (Open Source)kostenlosOpen Source, weniger komfortabel, Ergebnisse schwanken je nach Scanqualität, für Technikaffine geeignet.
Scan2NotesOnlineab 2 € pro Seite (Paketpreise)KI-basiert, sehr gute Ergebnisse bei modernen Drucken, schnelle Bearbeitung, keine Installation nötig.
SharpEyeWindowsca. 169 €Älteres Programm, solide Erkennung bei guten Scans, weniger komfortabel als neuere Lösungen.
Musitek MIDISCANWindows, Macca. 99 €Für einfache Noten geeignet, weniger leistungsfähig bei komplexen Partituren.
NotateMe/PhotoScore AppiOS, Androidca. 39 € (App)Mobil, erkennt handschriftliche Noten (eingeschränkt), für schnelle Skizzen und einfache Noten.


Einschätzung der Praxistauglichkeit

  • SmartScore 64 und PhotoScore Ultimate gelten als die professionellsten Lösungen für umfangreiche Klavierauszüge und Partituren. Sie bieten viele Editiermöglichkeiten, aber die Einarbeitung ist komplexer.
  • ScanScore ist besonders für Chorsänger:innen und Ensembles attraktiv, da es einfach zu bedienen ist und gute Ergebnisse bei Standardnoten liefert.
  • PlayScore 2 und NotateMe sind ideal für den mobilen Einsatz und schnelle Scans, aber bei komplexen Partituren stoßen sie an Grenzen.
  • Audiveris ist für Technikaffine interessant, da es kostenlos ist, aber die Ergebnisse sind stark von der Scanqualität abhängig.
  • Scan2Notes ist ein moderner Online-Dienst, der mit KI arbeitet und besonders bei modernen Drucken sehr gute Ergebnisse liefert – ideal, wenn man keine Software installieren möchte.

Hinweis:
Die Erkennungsqualität hängt immer stark von der Qualität der Vorlage ab. Bei komplexen, alten oder handschriftlichen Noten sind Nachbearbeitungen fast immer nötig. Für professionelle Ansprüche sind SmartScore 64 und PhotoScore Ultimate zu empfehlen, für den schnellen, günstigen Einstieg ScanScore oder PlayScore 2.

Was sind Notensatz-Dateien?

Notensatz-Dateien sind digitale Dokumente, die Musiknoten und Partituren in einem strukturierten, bearbeitbaren Format speichern. Sie ermöglichen es Musiker:innen, Komponist:innen und Musikpädagog:innen, Noten komfortabel am Computer zu erstellen, zu bearbeiten, zu teilen und auszudrucken. Moderne Notensatzprogramme bieten zahlreiche Exportmöglichkeiten (z. B. PDF, MIDI, MusicXML) und unterstützen verschiedene Betriebssysteme. Besonders für Ensembles, Chöre oder Musiker:innen mit besonderen Anforderungen (z. B. Großdruck für Sehbehinderte) sind diese Dateien ein unverzichtbares Werkzeug, da sie flexible Anpassungen und eine effiziente Zusammenarbeit ermöglichen.

Vergleich der wichtigsten Notensatzprogramme

ProgrammPreis (ab)VorteileNachteileAlleinstellungsmerkmale
MuseScoreKostenlos- Open Source
- Sehr einfach zu bedienen
- Große Community
- Läuft auf allen Systemen
- MusicXML-Import/Export
- Eingeschränkter Funktionsumfang bei sehr komplexen Projekten- Kostenlos
- Umfangreiche Online-Notenbibliothek
- Viele Plugins verfügbar
PriMus FreeKostenlos- Einfache Bedienung
- Für Einsteiger geeignet
- Eingeschränkter Funktionsumfang
- Nur Windows
- Deutsche Entwicklung
- Fokus auf Chormusik
NoteflightKostenlos (Basis), ca. 50 €/Jahr (Premium)- Cloud-basiert
- Plattformunabhängig
- Kollaboration online
- Eingeschränkte Offline-Funktionen
- Premium für viele Features nötig
- Online-Zusammenarbeit
- Direkt im Browser nutzbar
Forte Basicca. 13 €- Einsteigerfreundlich
- Deutsche Oberfläche
- Entwicklung eingestellt
- Eingeschränkter Funktionsumfang
- Fokus auf Musikpädagogik
Capellaca. 99 €- Umfangreiche Automatisierungen
- Viele Erweiterungen
- Deutsche Entwicklung
- Oberfläche wirkt altmodisch
- Teilweise komplexe Bedienung
- Python-Skripte für Automatisierung
- Beliebt bei Verlagen
Dorico SEKostenlos (SE), ca. 99 € (Elements), 579 € (Pro)- Moderne Oberfläche
- Sehr flexibel
- Gute Notenwiedergabe
- Komplexe Einarbeitung
- Pro-Version teuer
- Entwickelt von ehemaligen Sibelius-Entwicklern
- Innovative Noteneingabe


Sibeliusca. 139 € (Artist), 559 € (Ultimate)- Professionelle Funktionen
- Gute Klangwiedergabe
- Viele Tutorials
- Teuer
- Lizenzmodell komplex
- Branchenstandard
- Gute Integration mit DAWs

Preise können je nach Anbieter und Version variieren. Die Tabelle ist nach dem günstigsten Einstiegspreis sortiert.

Hinweise aus der Praxis

  • Für viele Hobby-Musiker:innen und Ensembles ist MuseScore die erste Wahl, da es kostenlos, leicht zu bedienen und sehr flexibel ist. Besonders die Möglichkeit, Noten im MusicXML-Format zu importieren und als PDF zu exportieren, wird häufig genutzt.
  • Professionelle Verlage und Komponist:innen greifen oft zu Sibelius, Finale oder Dorico, da diese Programme komplexe Layouts und professionelle Ausgabeformate bieten.
  • Cloud-basierte Lösungen wie Noteflight sind ideal für kollaboratives Arbeiten und Unterrichtssituationen.
  • Für spezielle Anforderungen wie Großdrucknoten oder barrierefreie Noten gibt es individuelle Lösungen, die oft auf Basis von MuseScore oder Capella erstellt werden.

MSN mit Musescore erstellen

Beispiel in Musescore: Vergrößerungseffekt nur durch eine Erhöhung des Spatium von 1,626mm auf 2,626 mm

 Was ist Modified Stave Notation?

Modified Stave Notation (MSN) ist eine speziell angepasste Form von Notenschrift, die Menschen mit Sehbehinderungen oder bestimmten Formen von Dyslexie das Lesen von Musik erleichtern soll.

Sie ist nicht einfach nur vergrößerte Notenschrift. Stattdessen werden Proportionen, Abstände und grafische Elemente gezielt verändert, damit die Notation trotz größerer Darstellung übersichtlich, kompakt und gut erfassbar bleibt.

Laut RNIB und MPA entstand MSN, weil reine Vergrößerung von Notenblättern neue Probleme erzeugte:

  • zu große, unhandliche Seiten

  • zu viele oder ungünstige Umblätterstellen

  • ungleichmäßige Abstände zwischen Symbolen

  • schlechtere Lesbarkeit trotz größerer Schrift

MSN löst das, indem alle Elemente proportional angepasst und horizontale Abstände optimiert werden.

Nach Kontakten mit dzb lesen wurde klare das auch dort diese britische Normierung für Großdruck eingesetzt wird. Damit nehme ich das auch hier als Standard an. Es gibt ältere Tutorials dafür wie das in Musescore anzuwenden ist, die sich aber auf eine sehr frühe Version von Musescore beziehen. (https://musescore.org/en/tutorials/modified-stave-notation)

Bei der Nachforschung nun mit dem Keyword "MSN" gibts es auf Github auf der Musescore Projektseite bereits fertige Style Dateien für verschiedene Staff Spaces - also die Höhe des Notensystems, die direkt auf Notensatzdateien angewendet werden können. Sie liegen im MuseScore‑Repository unter:

https://github.com/musescore/MuseScore/blob/master/share/styles/MSN/README.md


Diese Dateien wurden mit Unterstützung der Royal National Institute of Blind People (RNIB) erstellt.

Damit kann man ohne eigenes Herumprobieren sofort mit MSN‑konformen Einstellungen arbeiten

🧩 Wie nutzt man die Style-Dateien in MuseScore?

  1. Herunterladen der gewünschten .mss‑Datei

  2. In MuseScore: Format → Stile laden…

  3. Datei auswählen

  4. Fertig — dein Score ist sofort im MSN‑Layout


Fazit:
Das Notenlesen im Alter ist eine echte Herausforderung, aber es gibt Lösungen – von Großdruck-Ausgaben über digitale Tools bis hin zu organisatorischen und musikalischen Strategien. Wichtig ist, dass Chöre offen über das Thema sprechen und gemeinsam Wege finden, damit alle Mitglieder weiterhin mit Freude musizieren können.

Sonntag, 7. Dezember 2025

Tabletts für Chorsänger - welche Geräte? Update 12/2025

 Von den im ersten Artikel betrachteten Geräte hat es inzwischen einige Updates gegeben und neue Modelle sind dazu gekommen. Aufgrund der Relevanz für Sänger werde ich nur noch Geräte ab 13'' betrachten.

Gerät Display-größe Auflösung Seiten-verhältnis Anteil A4 (%) Displaytyp Gewicht Preis (ca.)
Samsung Galaxy Tab S9 Ultra 14,6" 2960 × 1848 16:10 ~100 % AMOLED 732 g ab ~800 €
TCL Nxtpaper 14 14,0" 2400 × 1600 3:2 ~93 % IPS mit NXTPAPER 3.0 760 g ~300–350 €
Xiaomi Pad 7 Ultra 14,0" 3200 × 2000 (UHD) 3:2 ~98 % OLED 609 g ab ~773 €
Tabwee T60 Pro 13,4" 1920 × 1200 16:10 ~88 % LCD ~700 g ~180–300 €
Onyx Boox Tab X 13,3" 2200 × 1650 4:3 ~85 % E‑Ink (Kaleido 3, Farbe) 625 g ~759–811 €
PadMu 4 (13,3") 13,3" 2200 × 1650 4:3 ~85 % E‑Ink (Kaleido 3, Farbe) 560 g ~730–1000 €
Fujitsu Quaderno A4 Gen 3 13,3" 2200 × 1650 4:3 ~85 % E‑Ink (Kaleido 3, Farbe) ~450 g ~614–625 €
OnePlus Pad 3 13,2" 3392 × 2400 7:5 ~87 % LCD (IPS) 678 g ab ~407–445 €
Apple iPad Pro 13 (M5, 2025) 13,0" 2752 × 2064 4:3 ~85 % OLED (Tandem) 579 g ab ~1.299 €
Apple iPad Air 13 (M3, 2025) 13,0" 2732 × 2048 4:3 ~85 % LCD (Liquid Retina) 615 g ab ~729 €

Samsung Galaxy Tab S10/11 Ultra



Im Jahr 2023 brachte Samsung das Galaxy Tab S9 Ultra auf den Markt. Mit seiner beeindruckenden Bildschirmdiagonale von 14,6 Zoll ist es das erste Android‑Tablet einer führenden Marke, das die Größe des iPad Pro (12,9 Zoll) übertrifft. Das hochauflösende AMOLED‑Panel liefert eine Pixelauflösung von 2.960 × 1.848, wodurch Inhalte gestochen scharf dargestellt werden. Für Nutzer, die eine Alternative zu Apple suchen, ist das S9 Ultra eine überzeugende Option – allerdings muss man auf das beliebte Notenverwaltungsprogramm forScore verzichten, da es ausschließlich für iOS verfügbar ist. Der Preis bewegt sich heute nicht mehr ausschließlich im Luxussegment: je nach Ausstattung (Speicher und Konnektivität) ist das Gerät bereits ab rund 800 € erhältlich, während höher ausgestattete Varianten bis über 1.800 € kosten können. Es ist aber auch das erste Tablett mit einem Display das tatsächlich A4 Größe abdeckt. Das Display des Samsung Galaxy Tab S9 Ultra ist dank AMOLED‑Panel und Samsungs Vision Booster sehr hell und bleibt auch draußen nutzbar. Im Schatten oder unter einem Sonnenschirm ist es problemlos lesbar, bei direkter Sonneneinstrahlung kann es jedoch trotz hoher Spitzenhelligkeit etwas spiegeln und die Lesbarkeit einschränken

Fazit:

  • Pro
    • definitiv das größte Display
    • übertrifft das iPad
    •  MobileSheets
  • Contra
    • Gewicht: Mit 732g
    • Akkulaufzeit ca. 1 Tag
    • Spiegelungen: Wie bei allen Glas‑Displays treten bei direkter Sonne Reflexionen auf. Nutzer berichten, dass es „gerade noch lesbar“ ist, wenn die Sonne direkt auf das Display fäll
    • das Gerät ist für den Zweck eine Notenmappe zu sein eigentlich viel zu mächtig und zu teuer

TCL Nxtpaper 14


Meine eigene Wahl ist diesmal auf dieses Gerät gefallen, insbesondere wegen der Sofortumschaltung auf den Augenschonenden Modus mit einem besonderen zusätzlichen Knopf. Eigene Fotos folgen noch.

Das TCL Nxtpaper 14 ist ein preisgünstiges XXL‑Tablet mit Fokus auf Augenfreundlichkeit und papierähnliches Lesen. Es eignet sich hervorragend für lange Lesesessions, Notenanzeige und Dokumentarbeit, ist aber weniger für High‑End‑Gaming oder professionelle Grafikbearbeitung gedacht. Für Musiker oder Studenten, die ein großes, augenschonendes Display suchen, ist es eine sehr interessante Alternative zu teuren Premium‑Tablets.

Das TCL Nxtpaper 14 nutzt die NXTPAPER 3.0-Technologie mit einer speziellen Display-Oberfläche und Softwaresteuerung. Mit der Taste kann man zwischen drei Modi wechseln:
  • Farbmodus: Volle Farbdarstellung, ideal für Multimedia, Spiele, Videos.

  • Augenschonender Modus: Angepasste Farbabstimmung und Helligkeit, Blaulichtfilter aktiv → angenehmer für längeres Arbeiten oder Lesen.

  • E‑Paper-ähnlicher Modus: Stellt Inhalte in einer papierähnlichen, kontrastreduzierten Darstellung dar. Matte Oberfläche + weniger Spiegelung → wirkt fast wie ein E‑Reader.

Stromverbrauch
  • e‑Paper-ähnlicher Modus kann etwas weniger Strom verbrauchen, da Helligkeit und Farbsättigung reduziert sind.

  • Aber: Es bleibt ein LCD/IPS-Panel – anders als echtes E‑Ink wird das Bild nicht „stehend“ ohne Strom gehalten.

  • Daher: Kein drastischer Unterschied im Verbrauch, eher moderate Einsparungen (z. B. längere Laufzeit beim Lesen, aber keine Halbierung des Verbrauchs).

Fazit:

  • Pro
    • großes Display
    • Augenschonend
    • Matte Anti‑Glare‑Oberfläche, Blaulichtfilter, papierähnliches Lesegefühl
    • ab ca. 300–350 €
    • Großer Akku – lange Laufzeit, schnelles Laden.
    • Im e-Paper Modus 2-3 Tage
    •  MobileSheets
  • Contra
    • Gewicht: Mit 760g
    • IPS statt OLED – Kontrast und Schwarzwert nicht so stark wie bei Samsung/Apple.

Xiaomi Pad 7 Ultra



Display: 14″ OLED, extrem dünne Ränder, optional mattiert für weniger Spiegelungen
Akku: 12.000 mAh mit 120 W Schnellladung – extrem kurze Ladezeiten. Nur 5,1 mm dick, 609 g leicht. Läuft mit HyperOS 2.x (Android 15). Zunächst in China erschienen, internationale Märkte folgen schrittweise.

Fazit:

  • Pro
    • großes Display
    • Augenschonend
    • optional mattiert für weniger Spiegelungen
    • schnelles Laden.
    • MobileSheets
    • OLED
  • Contra
    • Gewicht: 609g
    • ab ca. 773 € (Stand Dezember 2025)
    • das Gerät ist für den Zweck eine Notenmappe zu sein eigentlich viel zu mächtig und zu teuer

Tabwee T60 Pro




Das Tabwee T60 Pro ist ein sehr günstiges XXL‑Tablet mit 13,4‑Zoll‑IPS‑Display (120 Hz), das durch sein großes Format und umfangreiches Zubehör auffällt. Es bietet viel Ausstattung fürs Geld, hat aber Schwächen bei Verarbeitung und Bildqualität. 13,4" IPS, 1920 × 1200 Pixel, 120 Hz

Fazit:

  • Pro
    • sehr günstig-unter 200 € bei Aktionen, sonst bis 300 €.
    • Tastatur, Maus, Stylus, Hülle im Lieferumfang
    •  MobileSheets
  • Contra
    • Gewicht: Mit 700g
    • nur HD Auflösung: 13,4" IPS, 1920 × 1200 Pixel, 120 Hz 
    •  klassisches glänzendes IPS‑LCD‑Display, das bei direkter Sonneneinstrahlung oder starkem Licht deutlich spiegelt.
    • Marke wenig bekannt – Support und Updates unsicher im Vergleich zu Apple/Samsung.

OnePlus Pad 3





Das OnePlus Pad 3 (2025) ist ein High‑End‑Android‑Tablet mit 13,2‑Zoll‑Display im 7:5‑Format, sehr hoher Auflösung (3.392 × 2.400 Pixel), 144 Hz Bildwiederholrate und einem starken Snapdragon 8 Elite‑Prozessor. Es gilt als eine der spannendsten Alternativen zu Samsung und Apple im Premium‑Segment. 13,2" LTPS‑LCD, 3.392 × 2.400 Pixel, 315 ppi, 144 Hz, 12‑Bit Farbtiefe.

OxygenOS 15 ist das Betriebssystem von OnePlus Technology Co., Ltd.OnePlus ist ein chinesischer Hersteller mit Sitz in Shenzhen,.OxygenOS basiert auf Android und wird von OnePlus für seine Geräte angepasst, mit zusätzlichen Features wie AI Writer, AI Summary und Screen Translator.

Fazit:

  • Pro
    • Preis‑Leistung – deutlich günstiger als iPad Pro oder Samsung Ultra, trotz Premium‑Specs.
    • Großes Display im 7:5‑Format – fast A4‑ähnlich, ideal für Noten, PDFs und Multitasking.
    • Monster‑Akku – lange Laufzeiten, auch bei hoher Belastung.
    • Mobile Sheets App
  • Contra
    • Gewicht: Mit 700g
    • LCD statt OLED/AMOLED – weniger Kontrast und Schwarzwert als bei Samsung oder Apple.
    • Spiegelungen – wie bei allen Glas‑Displays draußen eingeschränkt nutzbar.

Apple iPad Pro/Air 13 (M5, 2025)





Das neue iPad Pro (M5, 2025) ist das leistungsstärkste Tablet von Apple mit Tandem‑OLED‑Display, extrem dünnem Design (5,1 mm) und dem neuen M5‑Chip. 

Das Nano‑Texturglas ist eine spezielle Display‑Option nur für das neue Apple iPad Pro (M5, 2025). Es handelt sich um ein matt geätztes Glas, das Reflexionen und Spiegelungen deutlich reduziert, ohne die Bildschärfe stark zu beeinträchtigen. 
Mikroskopische Struktur: Das Glas wird auf Nanometer‑Ebene geätzt, sodass ein feines Muster entsteht.
Anti‑Glare‑Effekt: Licht wird gestreut, wodurch Spiegelungen reduziert werden.
Augenschonend: Besonders hilfreich bei Arbeiten in hellen Umgebungen oder unter direkter Beleuchtung.
Empfindlicher: Die Oberfläche ist kratzanfälliger als Standardglas – Apple empfiehlt spezielle Reinigungstücher.
Leichte Bildveränderung: Farben und Kontrast wirken etwas weniger brillant als beim glänzenden Standardglas.

Das iPad Air (M3, 2025) ist die günstigere Alternative, ebenfalls mit bis zu 13 Zoll, M3‑Chip und guter Leistung, aber mit LCD statt OLED.

Fazit:

  • Pro
    • Tandem‑OLED mit extrem hoher Helligkeit und Kontrast )nur beim Pro)
    • Sehr dünn und leicht trotz großer Displays.
    •  5,1 mm, <600 g
    • Nano‑Texturglas optional (nur beim Pro), ist eine teure Zusatzoption (mehrere hundert Euro Aufpreis)
  • Contra
    • Akkulaufzeit ca. 1 Tag
    • spiegelndes OLED‑Display (nur mit Nano‑Texturglas reduziert).(nur beim Pro)
    • das Gerät ist für den Zweck eine Notenmappe zu sein eigentlich viel zu mächtig und zu teuer



Montag, 3. Februar 2025

Tabletts für Chorsänger-Musiker Beratung



 

Aufgrund der Nachfrage, biete ich an, Beratung für den Umstieg auf Tablet mit einem Stundensatz von 35€ für Remote Beratung.

Als langjähriger IT-Berater und Amateurmusiker, mit eigener Erfahrung mit diversen Modellen, freue ich mich meine Erfahrung weiterzugeben.

Anfragen bitte an petra.fiene@live.de

Finden Sie mich auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/petrafiene


Sonntag, 2. Februar 2025

Tabletts für Chorsänger - welche Geräte?


Ich beschreibe die Geräte, wo man sie bekommt und was zu beachten ist. Alle Artikel die ich verlinke sind keine Affiliate-Links, ich verdiene daran nichts.

iPad Pro

Das iPad Pro (2022) ist mit 12,9'' Bildschirmdiagonal ein wenig kleiner als A4. Es gibt Varianten mit 32, 128GB und 256GB und mit WiFi und zusätzlich LTE. Minimal für den Zweck als Notenmappe reichen 32GB und nur WiFi. Gebraucht ist es ab etwa 320€ bei Providern wie Rebuy zu haben nimmt man einige Gebrauchspuren in Kauf. Neu natürlich deutlich teurer. Das Display ist spiegelnd von der hohen Auflösung, wie von Apple Geräten zu erwarten. Draußen bei spiegelndem Sonnenlicht ist es aber ein ziemliches Problem.

Das Display leuchtet auch was durchaus in einer schwach beleuchteten Kirche dem Benutzer das Gesicht beleuchtet, auch wenn man natürlich noch bestens die Noten lesen kann, wo Papiernutzer ohne Leseleuchte verloren sind.

Es ist mit 682g eher schwerer als ein Klavierauszug. Eine Silikonhülle kommt noch dazu ab etwa 10€. Dabei darauf achten genau das Model anzugeben, sonst sind die Aussparungen für die Seitenbuttons und die Kamera hinten an der falschen Stelle.

Außerdem habe ich noch eine Klett -Handhalterung benutzt, um es wie eine Chormappe mit Riemen benutzen zu können. Zusätzlich habe ich noch einen Ösenpatch angebracht, um daran einen Haltegurt für Instrumente (Klarinette) von Thoman einzuhängen, um etwas Gewicht zu kompensieren. Und dann noch ein selbstklebender Stifthalter. Nicht zu vergessen ein kleiner Wischer um das Display immer wieder von Fingerabdrücken zu befreien. Eine Menge Zubehör.























Im Gebrauch über mehrere Monate stellte sich heraus, das ich doch in der Probe zum kleineren und leichteren Kindle Scribe gegriffen habe, und das Ipad nur bei längeren mehrstündigen Chorfreizeiten oder Probentagen einsetze, und dann aber auf einem Stativ mit Tablethalterung. Das ist sehr angenehm für den Rücken, aber in Konzertsituationen nicht immer möglich.

Der Akku ist nach einem Probentag dann auch 3/4 leer und muss geladen werden, ganz anders als das e-Paper Display des Scribe, der höchsten alle 3 Wochen mal ein Ladegerät sehen musste.

Nachdem ich die Noten wie im vorhergehenden Artikel beschrieben, bearbeitet habe speichere ich die Datei in einem Ordner in OneDrive ab. Im Prinzip integriert sich das mit jeder Cloud, Google drive geht genauso. Auf dem iPad öffne ich dann die Onedrive App, finde die Datei und betätige "in einer anderen App öffnen, wählt die Notenapp und voilà. Zu beachten ist, das man diesen Vorgang zumindest im heimisch WiFi ausführt, aber selbst da, war eine neue Datei oft erst nach einiger Zeit zu sehen. Besser gings wenn ich den Namen der Datei parat hatt und eintippen konnte. Eigentlich selten läuft das glatt, vor allem wenn es eilig ist.




Es gibt deutlich mehr als einen Weg, man kann es auch aus der App direkt aus Onedrive holen, aber eben oft mit derselben Verzögerung. Dieser Austausch von Dateien auf iOS-Geräte ist oft sehr viel zickiger als man erwartet.

Als App habe ich forScore verwendet, was allerdings kostet. Mit aktuell 22,90 € auch kein Schnäppchen mehr. Als ich die App mal gekauft habe, waren es noch um 12€. Besonders ein Feature sticht heraus, neben den üblichen Notizen mit dem Stift: Die Sprungmarken (Verweise). Gerne auch bei daCapo Stücken.


Man wählt die Start- und die Zielseite, setzt den Absprungpunkt (blau) und den Ankunftspunkt (gelb), und kann dann durch das Berühren des blauen Feldes blitzschnell zum Zielpunkt gebraucht werden. Das geht mit Öffnen der Bookmarks und Auswählen deutlich langsamer.

Es gibt auch kostenlose Alternativen wie PiaScore, allerdings ohne solche i-Tüpfelchen, es tut halt was es soll.

Ein Feature, was vom iPad geliefert wird zumindest ab 6. Generation sind Facegestures. Sowohl PiaScore als auch ForScore unterstützen dieses Feature und implementieren im Detail unterschiedliche Ausprägungen. 

Piascore befindet sich noch im experimentellen Stadium, aber bei mir hat das Blättern in der Note durch Links- und Rechtszwinkern sehr stabil funktioniert, mit dem Mundwinkel konnte ich es nicht auslösen, mein Gatte schon.

Forescore unterstützt zusätzlich Kopfdrehungen nach links und rechts. Ich habe das allerdings nicht selber getestet. https://forscore.co/face-gestures/

Man läßt sich das Feature bezahlen.

Fazit:

  • Pro
    • beste Anzeige der Noten auch bei wenig Licht.
    • Schnelle Reaktion
    • USB-C
    • Unterstützt Bluetooth Fußschalter
    • Facegestures - Blättern mit Augenzwinkern


  • Contra
    • Gewicht: Mit 682g schwerer als ein durchschnittlicher Klavierauszug
    • Akkulaufzeit deutlich geringer als bei e-Paper Tablets (ca. 1 Tag)
    • das spiegelnde Display kann draussen ein Handycap sein
    • das Gerät ist für den Zweck eine Notenmappe zu sein eigentlich viel zu mächtig
    • Dateiaustausch mit iOS Geräten immer ein bißchen zickiger als gedacht


Kindle Scribe

Der Kindle Scribe ist mit 10,2'' Bildschirmdiagonal deutlich kleiner als das iPad Pro, hier wird die Skalierung auf einen möglichst schmalen Rand, die ich in meinem Artikel zur PDF Bearbeitung beschrieben habe, besonders wichtig. Bei Noten mit kleinem Liedtext kann es schon mal grenzwertig werden. Das Display ist ein ePaper Display, spiegelt nicht zeigt nur schwarz/weiß/grau an und benötigt wenig Strom und muss bestenfalls alle 2 Wochen mal geladen werden. Das Blättern geht etwas langsamer als beim iPad und es ist mit 433g auch viel leichter.

Ich habe es noch mit einer ultraleichten Hülle versorgt, die es problemlos als Notenmappe durchgehen läßt.

Die erste Hürde die zu nehmen ist nach dem man das Gerät auf der Amazon Seite registriert hat, ist es es eine Email-Adresse festzulegen, von der aus man Emails an seinen Scribe, genauer die Email-Adresse des Scribe schicken kann.

Um eine E-Mail-Adresse für deinen Kindle Scribe festzulegen, folge diesen Schritten:

  • Gehe zu "Meine Inhalte und Geräte": Melde dich bei deinem Amazon-Konto an und gehe zu "Meine Inhalte und Geräte".
  • Wähle "Einstellungen": Klicke auf den Tab "Einstellungen".
  • Scrolle nach unten zu "Persönliche Dokumenteinstellungen".
  • Genehmigte E-Mail-Liste: Unter "Genehmigte E-Mail-Liste für persönliche Dokumente" kannst du E-Mail-Adressen hinzufügen, die Dokumente an deinen Kindle senden dürfen.
  • E-Mail-Adresse hinzufügen: Klicke auf "Neue E-Mail-Adresse hinzufügen" und gib die gewünschte E-Mail-Adresse ein. Stelle sicher, dass die E-Mail-Adresse vollständig und gültig ist, und klicke dann auf "Adresse hinzufügen".
Die persönliche Email-Adresse des Scribe findet man hier auf der Seite.



Schickt man nun Mails von der genehmigten Adresse an den Scribe in denen ein PDF als Anhang drin ist, wird diese verarbeitet und auf den Scribe geladen - wenn man eine Internetverbindung z.B. im heimischen WLAN hat.

Unter meine Geräte und Inhalte kann man die Dokumente sehen und verwalten.



Unter https://www.amazon.de/sendtokindle kann man per drag-and-drop Dateien auf das Gerät senden. Dort finden sich auch Apps um das vom PC direkt zu tun.



Bemerkungen in die Noten zu schreiben, und auf die Bookmarks zuzugreifen, geht genauso unkompliziert wie auf dem Ipad. Es gibt allerdings Bereiche sehr nahe am Rand und oben wo keine Eingabe funktioniert. Manchmal möchte man sich die Note auf der nächsten Seite andeuten... geht nicht immer.

Ansonsten ist das Gerät auf der Amazon Webseite unter dem Suchbegriff "Kindle Scribe refurbed" zu finden, direkt von Amazon generalüberholt... nur nicht mehr so günstig wie erwartet. Als ich meinen Scribe 2023 gebraucht, zertifiziert und generalüberholt kaufte, waren es noch 265,99€
Aktuell steht er mit 332,99 auf der Seite. Ein aktuelles "veganes" Gerät "Kindle Scribe (2024 Release) 16 GB, ein Amazon Plant Based Cover und ein Amazon Powerfast 9W Netzteil" mit 509,97€


Der Preisvorteil gegenüber einem gebrauchten iPad hat sich im Prinzip in Luft aufgelöst. Bedenkt man das ein Ipad viel mehr kann und viel Leistungsfähiger ist, ist es zu bedenken, ob sich das lohnt.


Fazit:

  • Pro
    • geringes Gewicht 433g
    • spiegelfreies e-Paper kann auch draußen gelesen werden
    • lange Akkulaufzeit : 2 Wochen
    • USB-C
    • Preis
  • Contra
    • kann sonst wenig, Apps nur sehr begrenzt
    • "locked-in" im Amazon Kosmos, Dateiaustausch muss über Amazon konfiguriert werden
    • Display sehr klein (10,2'') für die Darstellung von Standard-Klavierauszügen. Ohne Randoptimierung sehr grenzwertig


ReMarkable Paper Pro




Der neue ReMarkable Paper Pro ist mit 11,8'' eher bei den kleineren Displays, mit einem Gewicht von 525g aber deutlich schwerer als der Scribe und eher im Mittelfeld. Wie alle e-Paper Devices punktet er mit langer Akkulaufzeit, und kann auch im Sonnenlicht gelesen werden. Er kommt mit 64GB internal storage. Das Betriebsystem ist proprietär, reMarkable OS (a custom, Linux-based operating system for digital paper displays). Die Abwesenheit von Apps wird als "Distraction-free software" gedeutet. Es unterstützt nur PDF, EPUB. Der Preis liegt mit Preis mit einem passenden schwarzen Cover 849€ neu bei kostenlosem Versand eher nicht auf der günstigen Seite. Weder der Hersteller selber noch rebuy bietet die Geräte refurbished an. Wegen der Displaygröße und Preis aussortiert

Fazit:

  • Pro
    • spiegelfreies e-Paper kann auch draußen gelesen werden
    • lange Akkulaufzeit : 1-2 Wochen
    • Cloudintegration: Google Drive, Dropbox, and Microsoft OneDrive, PowerPoint, und Word als PDFs
    • Leselicht

  • Contra
    • 11,8'' ePaper Color Display immer noch grenzwertig für den Zweck
    • Auflösung 223ppi
    • "locked-in" durch eine (optionale) Connect Subscription, die ein automatisches Cloudsync mit der Remarkable-Cloud ermöglicht und mit $2,99/Monat bezahlt werden muss. Oben drauf gibts eine Art 3 jähriger Device-Versicherung (Protection-Plan).
    • Display eher klein (11,8'') für die Darstellung von Standard-Klavierauszügen. Ohne Randoptimierung sehr grenzwertig
    • Preis mit einem passenden schwarzen Cover 849€ neu bei kostenlosem Versand. Kein Angebot von refurbed Geräten

Boox Tab X und Boox Note Max






































Boox ist ein chinesischer Hersteller. Hier sind zwei Modelle die mit 13,3'' A4-Format erreichen. Er wird von einigen Testern mit dem Fokus Musik als das beste Gerät für Musiker gepriesen. Für mich ist die Entscheidung sehr knapp für ein anderes Gerät gefallen. Der Preis liegt eher im oberen Segment mit 895€. Das ältere Tab X kommt mit dem etwas angestaubten Android 11 OS, das neuere Note Max mit Android 13 OS. Die Auflösung beträgt 207ppi Tab X und 300ppi beim Note Max. Der Akku beim Tab X 6300mAh, das Note Max mit 3700mAh. Wie sich das auf die Akkulaufzeit auswirkt ist unklar.

Fazit:

  • Pro
    • 13,3'' Format A4 spiegelfreies e-Paper kann auch draußen gelesen werden
    • lange Akkulaufzeit : 1-2 Wochen
    • Cloudintegration: Google Drive, Dropbox, and Microsoft OneDrive,
    • Unterstützt Android Apps
    • Leselicht nur beim Tab X
    • Großer interner Speicher mit 128GB
    • Unterstützt Bluetooth Fußschalter
    • Der Shop bietet refurbed Geräte an (wechselnd)
      Tab X $599 im EU Shop nicht
      Note Max zum Zeitpunkt dieses Artikels nicht
  • Contra
    • Gewicht
      Boox Tab X 560g
      Boox Note Max 615g
    • Preis mit einem passenden schwarzen Cover
      Boox Tab X: 859€
      Boox Note Max 699€
    • Sowohl im EU Shop als auch Internationalem Shop derzeit ausverkauft
    • Das gebündelte Cover ist dreigeteilt, wie beim iPad, um daraus einen Tischständer zu formen. Leider geht es damit nicht als Chormappe durch.

Pad for Musicians oder PadMu 4

Es handelt sich um ein Startup das auf Basis des Boox Tab X mit einem proprietären Betriebssystemaufsatz und eigenen Apps speziell für Musiker wirbt. Als Besonderheiten sind ein Shopitem mit einer Remote Einführung in die Benutzung für 59€ zu nennen. Außerdem ein Dual Modus fähiges zwei-Geräte-Bundle für 1999,20€ mit dem man zwei Notenseiten nebeneinander auf das Klavier stellen kann und transient blättern können soll.

Fazit:

  • Pro
    • 13,3'' Format A4 spiegelfreies e-Paper kann auch draußen gelesen werden
    • lange Akkulaufzeit : 1-2 Wochen
    • Cloudintegration: Google Drive, Dropbox, and Microsoft OneDrive,
    • Unterstützt bedingt Android Apps (Google Play muss umständlich aktiviert werden)
    • Leselicht
    • Großer interner Speicher mit 128GB
    • Unterstützt Bluetooth Fußschalter

  • Contra
    • "locked-in" durch proprietäre Apps, die als mäßig performant von anderen Testern beschrieben werden
    • Preis 1047,20€ - zum Zeitpunkt des Artikels reduziert auf 891€

Fujitsu QUADERNO A4 gen2





Last but not least, mein aktueller Favorit. Das leichteste Gerät in diesem Vergleich, absolut no-frills. Fast unsichtbar für den europäischen Markt. mit leichten Schwächen beim Strommanagement. Und nicht so einfach zu kaufen. Außerdem einem Billig-Modell von Pen. Es kommt mit 32GB internem Storage.

Für den Dateiaustausch gibt es eine Quaderno PC App, die es von dieser japanischen Seite: herunterzuladen gibt: Download QUADERNO PC App [Windows (64-bit) Version] | Fujitsu Client Computing "E-Paper QUADERNO"
(Google Übersetzer ist hilfreich.)

Es gibt auch Varianten für MacOS und Linux.

Es werden Mobile Apps im iOS und Google Play Store angeboten, ob funktionabel ist unklar.

Speziell für das Fujitsu Quaderno weise ich daraufhin, das in Google ganz oben ein Shop
https://fujitsuquaderno.com/ erscheint, von dem andere Musiker-Tablett-Tester wegen schlechter Erfahrung abraten. Es handelt sich nicht um einen Shop von Fujitsu, auch wenn es den Eindruck erweckt. Alternativ ist für das Produkt ein Ebay Seller genannt, mit dem gute Erfahrungen berichtet wurden.

Es gibt inzwischen ein gen3 Gerät mit farbigen e-Paper Display

Es ist offensichtlich, das hier ein wenig abenteuerliches Terrain betreten wird.

Addendum: Nach 4 Wochen kam eine Rechnung vom Zoll über ca. 100€ hinterher.

Fazit:

  • Pro
    • 13,3'' Format A4 spiegelfreies e-Paper kann auch draußen gelesen werden
    • Gewicht: 368g
    • Preis ca. 430€ neu + 100€ Zoll
    • USB-C

  • Contra
    • Akkulaufzeit : 1-2 Tage (?)
    • Billiger Pen
    • kein Leselicht
    • Unterstützt keine Android Apps
    • nur auf ebay aus Japan zu beziehen
    • es unterstützt nur PDF Format
    • Support (?)