Mittwoch, 18. Februar 2026

Wie erzeuge ich Noten-Großdrucke mit Musescore



Vom Ausgangsmaterial zur barrierearmen Partitur

Dieser Artikel beschreibt praxisnah, wie du aus den üblichen Ausgangsformaten — gescannte PDFs, digital‑born PDFs, MusicXML und MIDI — zu einer sauberen, für sehbehinderte Musiker*innen geeigneten Großdruck‑Partitur in MuseScore gelangst. Er enthält konkrete Werte für MSN/Großdruck‑Einstellungen, eine separate, detaillierte Anleitung für MIDI‑Importe und Hinweise zur Nachbearbeitung.


1. Formate, ihre Eigenschaften und typischer Nachbearbeitungsaufwand

  • Scan (gescannte PDF)
    Reines Pixelbild; keine semantische Noteninformation. OMR kann MusicXML erzeugen, ist aber fehleranfällig. Hoher Vor‑ und Nachbearbeitungsaufwand.

  • Digital‑born PDF
    Visuell sauberer (Vektorgrafik), stammt aus einem Notensatzprogramm. OMR‑Ergebnisse sind in der Regel besser als bei Scans, aber nicht automatisch fehlerfrei. Wenn möglich: direkt MusicXML vom Herausgeber anfordern.

  • MusicXML
    Semantisches Austauschformat; beschreibt Noten als Objekte (Tonhöhe, Dauer, Takt, Stimmen, Artikulationen, Texte). Ideal für Weiterbearbeitung.



  • MIDI
    Enthält zeitliche Ereignisse, Notenhöhen, Velocity sowie Meta‑Events wie Tempo und Taktart; Notensatzprogramme können daraus Takte rekonstruieren. MIDI liefert jedoch nicht die volle Notationssemantik (z. B. Stimmenzuweisung, Layout, Artikulationen) und erfordert oft Aufräumarbeit nach DAW‑Exporten.


2. Scans optimieren vor dem OMR‑Durchlauf

Ziel: die bestmögliche Eingangsqualität für OMR schaffen, damit die Nachbearbeitung in MuseScore minimiert wird.

  • Auflösung: 300–600 dpi (für feine Notation 400–600 dpi).
  • Farbmodus: Graustufen oder s/w; erhöhe Kontrast, entferne Farbrauschen.
  • Ausrichtung: Seiten gerade ausrichten; Kippungen korrigieren.
  • Ränder: Beschnitt entfernen; Seitenränder so wählen, dass Systemgrenzen klar sind.
  • Bildbearbeitung: leichte Schärfung, Kontrastanhebung, Flecken/Schlagschatten entfernen.
  • Seitenaufteilung: Mehrseitige Werke so scannen, dass Systeme nicht über zwei Seiten geteilt werden.

Nach dem OMR‑Export immer in MuseScore importieren und systematisch prüfen.


3. Digital‑born PDFs: wie viel Nachbearbeitung ist nötig?

  • Wenn das PDF direkt aus einem modernen Notensatzprogramm stammt, sind Zeichenformen und Vektoren sauberer — OMR‑Ergebnisse meist besser.
  • Unterschiede zwischen Programmen: Ein PDF‑Export aus MuseScore, Capella, Finale oder Sibelius ist ein visuelles Ergebnis; interne Layout‑Regeln und Notenkopfformen unterscheiden sich. Nur ein direkt exportiertes MusicXML garantiert semantische Austauschbarkeit.
  • Faustregel: Digital‑born → moderate Nachbearbeitung; Scan → umfangreiche Nachbearbeitung.

4. RNIB, MSN und MuseScore‑Integration

RNIB (Royal National Institute of Blind People) ist die große britische Organisation für blinde und sehbehinderte Menschen; sie hat Anforderungen an barrierearme Notenausgaben formuliert und mit MuseScore an MSN‑Styles gearbeitet. Die MSN‑Styles in MuseScore wurden in Zusammenarbeit mit RNIB entwickelt und sind seit einigen Jahren Teil der MuseScore‑Distribution; sie dienen als standardisierte Startpunkte für Großdruck und Modified Stave Notation.



MuseScore dokumentiert die Erstellung von Modified Stave Notation und bietet Handbuchseiten zu Custom Staff Types, die für MSN‑Anpassungen relevant sind.


5. MuseScore: Großdruck und MSN praktisch erzeugen

Voraussetzung: Du arbeitest in MuseScore mit einer bereinigten Notensatzdatei (MSCZ oder importiertes MusicXML/MIDI, bereits geprüft).

5.1 MSN‑Style laden (Schnellstart)

  1. Formatierung → Stil laden
  2. Wähle eine der eingebauten .mss‑Dateien aus dem Styles‑Ordner share/styles/Modified Stave Notation. Diese Dateien sind als Startpunkte gedacht.

MuseScore‑Konventionen und die MSN‑Style‑Dateien verwenden als Lesbarkeitsangabe meist die gesamte Stavenhöhe (5 Linien) in Millimetern. Das heißt: „16 mm“ steht für eine Stavenhöhe von 16 mm, nicht für den Abstand zwischen zwei Linien.

5.2 Grundskalierung und Seiteneinstellungen

  • Formatierung → SeiteneinstellungenSpatium (Stave space) erhöhen. Spatium ist der zentrale Hebel: viele Elemente skalieren proportional.
  • Seitenformat: A4 Portrait/Landscape je nach Systemdichte.
  • Seitenränder für Tablett-Nutzung möglichst verkleinern. 0,5 cm sind meist ausreichend, aber auf spezifischem Tablett, App testen.

5.3 Feineinstellungen im Stil

  • Formatierung → Stil → passe gezielt an:
  • Notenlinienstärke +30–50% 



  • Taktstrich‑Dicke angepasst (+20–50%),



  • Halsstärke


  • Balkenstärke,
  • Artikulationen


  • Text styles (z. B. Liedtext, Dynamik, Taktnummern)

    Liedtext: 14–18 pt; bei starker Sehbehinderung 18–22 pt. Verwende Regular oder Semibold, nicht Italic.
    Dynamik / Ausdruckszeichen: 12–18 pt; setze Semibold für bessere Erkennbarkeit.

  • MSN‑Styles setzen viele Werte bereits, aber kleine Nachkorrekturen sind normal.
  • Nicht alle Fonts skalieren gleich gut für Großdruck. Hier sind Lizenzfreie Fonts die sich eignen
    Verdana: Systemfont, frei nutzbar
    OpenSans: Open Font License (OFL) in PDFs einbettbar

5.3.1 So lädst du Open Sans von Google Fonts (kurze Anleitung)

  1. Öffne die Google‑Fonts‑Seite für Open Sans (Google Fonts).

  2. Wähle die gewünschten Schriftschnitte (z. B. Regular, Semibold, Bold) oder die Variable‑Font‑Version.

  3. Klicke auf Download family (Familie herunterladen). Die ZIP‑Datei enthält die TTF/OTF‑Dateien.

  4. Installiere die Schrift systemweit (Windows: Rechtsklick → Installieren; macOS: Font Book → Installieren).

  5. MuseScore neu starten, damit die Schrift in der Font‑Liste erscheint.

5.4 Manuelle Korrekturen

  • System‑ und Seitenumbrüche prüfen und ggf. manuell setzen.
  • Texte, Slurs, Artikulationen und Wiederholungszeichen auf Kollisionen prüfen.
  • Stimmenzuweisungen, Ligaturen und Balkenbildung kontrollieren.

5.5 Export

  • Speichere als MSCZ (Masterdatei).
  • Exportiere als PDF für Druck und Tablettgebrauch; optional als MusicXML für Austausch.

5.6 Bookmarks für Tablett-Gebrauch

Ohne Bookmarks ist ein längere PDF Datei besonders für Sehbehinderte nicht  navigierbar.
  • Exportiere aus MuseScore als PDF.

  • Öffne das PDF in einem PDF‑Editor (z. B. Foxit-PDF Reader, PDF‑XChange Editor, PDF Expert, Xodo).

  • Navigiere zu jeder Seite/Position, die ein Bookmark bekommen soll.

  • Neues Lesezeichen hinzufügen: Titel vergeben (z. B. „Movement I – S.1“) und Ziel auf die exakte Seite/Position setzen.

  • Bookmarks hierarchisch anordnen (z. B. Movement → Abschnitt → Einsatz).

  • PDF speichern (Bookmarks sind Teil der PDF‑Struktur).

  • Muss man das ganze mehrfach wiederholen ist es sinnvoll, die Bookmarks abzupeichern, und bei einer neuen Version wieder zu importieren PDF Lesezeichen Editor - einfach, online, kostenlos - PDF24

  • Tools wie pdftk/qpdf/pdf-bookmarkr können über Automatisierungen möglich machen, will man diese direkt aus dem MusicXML exportieren müssen Tags mit Abschnittsbezeichungen, Unterabschnittsbezeichnungen und/oder Übemerken sinnvoll mit Direktiven befüllt sein.


6. Konkrete Zahlenwerte und Empfehlungen für MSN / Großdruck

Element Empfohlenes Spatium Notenkopf Skalierung Textgröße Kurzbemerkung
Kompakte Großdruck (Chor) 3.5 mm 140% 14 pt für moderate Vergrößerung
Standard MSN (Allgemein) 4.5 mm 160% 16 pt guter Kompromiss Lesbarkeit/Layout
Großdruck stark (stark sehbehindert) 5.5–6.0 mm 180–200% 18–22 pt mehrseitige Ausgabe, größere Systeme
Notenlinienstärke Linienstärke +30–50% gegenüber Default
Vorzeichen / Schlüssel Schlüssel und Vorzeichen +20–40% Skalierung

Hinweise zur Anwendung der Werte

  • Spatium in MuseScore ist der wichtigste Parameter; erhöhe es schrittweise und prüfe Seitenumbruch und Systemdichte.
  • Notenkopf Skalierung: in Format → Stil oder per Custom Staff Type anpassen.
  • Textgrößen: Liedtext 14–22 pt je nach Zielgruppe; Dynamik und Artikulationen proportional vergrößern.
  • Linienstärken: erhöhe Taktstrich‑ und Notenlinienstärke, damit Kontraste besser lesbar sind.
  • Werte sind Richtwerte; immer mit einer Probeausdruckseite testen.

7. MIDI‑Import: separate, detaillierte Anleitung

Kurz: MIDI enthält Time Signature‑Events und Tempo, daher können Takte rekonstruiert werden. MIDI liefert aber keine vollständige Notationssemantik; DAW‑Exporte erzeugen oft viele Spuren, Quantisierungsartefakte und fehlende Notationskonventionen.

7.1 Vor dem Import in MuseScore (in der DAW)

  • Spuren bereinigen: Entferne unnötige Controller‑Spuren, Click‑Spuren, Automation‑Spuren.
  • Kanal‑Aufräumen: Weise Instrumente sinnvoll Kanälen zu; konsolidiere Begleitspuren, wenn möglich.
  • Quantisierung: In der DAW grob quantisieren (z. B. 1/16 oder 1/32), aber nicht über‑quantisieren — zu starke Quantisierung kann Notationsartefakte erzeugen.

7.2 Import in MuseScore

  1. Datei → Öffnen → MIDI auswählen. MuseScore erzeugt Takte basierend auf Time Signature‑Events.
  2. Importdialog beachten: MuseScore bietet Optionen zur Zusammenführung von Spuren und zur Erkennung von Stimmen; wähle sinnvolle Defaults.
  3. Spuren bereinigen: Lösche überflüssige Instrumentenspuren; benenne verbleibende Spuren sinnvoll.
  4. Stimmenaufteilung: Polyphone Spuren in separate Stimmen aufteilen (z. B. Sopran/Alt/Tenor/Bass) oder zu Akkorden zusammenfassen.
  5. Quantisierungsfeinheit: In MuseScore verschobene Noten mit Bearbeiten → Notenwerte → Quantisieren auf sinnvolle Werte bringen; typische Quantisierungswerte: 1/8, 1/16, 1/32 je nach Stil.
  6. Taktprüfung: Kontrolliere Taktzählung und Taktarten; korrigiere Time Signature‑Fehler.
  7. Notationsdetails ergänzen: Artikulationen, Dynamik, Phrasierungen, Wiederholungen, Liedtexte manuell ergänzen.
  8. Playback prüfen: Hörprobe machen, um falsch platzierte Noten oder fehlende Phrasierungen zu erkennen.
  9. Speichern: Als MSCZ; optional exportieren als MusicXML.

7.3 Typische Probleme und Lösungen

  • Viele kleine Spuren: Spuren zusammenführen; ähnliche Instrumente in einer Partiturstimme zusammenfassen.
  • Unnatürliche Balkenbildung: Manuelle Balken‑/Stem‑Korrektur.
  • Fehlende Stimmenlogik: Stimmen manuell zuweisen; bei Chorpartituren S/A/T/B‑Aufteilung prüfen.
  • Quantisierungsartefakte: Rückgängig machen und mit feineren Quantisierungswerten arbeiten.

8. Praxisbeispiele und Workflow‑Tipps

  • Wenn möglich, MusicXML anfordern statt PDF; das spart viel Nacharbeit.
  • OMR nur als letzte Option für gescannte Materialien; plane Zeit für Korrekturen ein.
  • MSN‑Styles als Startpunkt verwenden, aber immer individuell an Werk und Zielgruppe anpassen.
  • angepasste MSN-Styles sichern: z.B. Barbara_MSN.mss
  • Probedruck: Drucke eine Beispielseite in der Zielgröße, bevor du das gesamte Werk exportierst.
  • Versionierung: Speichere eine Master‑MSCZ und exportiere Varianten (z. B. A4/A3, Landscape/Portrait).


9. OMR Tools

Kurzüberblick: OMR-Tools variieren stark; digital-born PDFs werden generell besser erkannt als Scans. Kommerzielle Produkte liefern meist die besten Ergebnisse; Open-Source-Tools sind kostenlos, erfordern aber mehr Nachbearbeitung.

Tool Digital-born PDF Handling Kosten Community-Bewertung (Kurz)
PhotoScore & NotateMe Sehr gut; Profi-Features für komplexe Partituren Kommerziell; Einmalkauf / Abo möglich Hohe Bewertung bei Profis
ScanScore / SmartScore / capella-scan Gute Ergebnisse mit digital-born PDFs; benutzerfreundliche Editoren Kommerziell; Editionen Home/Pro Solide Bewertungen, gut für Chor/Ensemble
PlayScore / Melogen AI (Web) Schnell; oft gute Ergebnisse bei klaren digital-born PDFs Abo oder Pay-per-use Wachsende Beliebtheit; praktisch für schnelle Konvertierungen
Audiveris (Open Source) Akzeptabel bei sauberem digital-born PDF; erfordert Nachbearbeitung Kostenlos (Open Source) Gute Community-Unterstützung; technisch versierte Nutzer,
Projekt allerdings nicht mehr gepflegt
Hinweis Digital-born PDFs werden generell besser erkannt; MusicXML ist vorzuziehen Qualität hängt von PDF-Quelle und Nachbearbeitung ab

Audiforge - PDF to MusicXML Converter 


10. Kauf von digitalen Downloads und der Zwang 5 Kopien zu kaufen

Warum die Mehrzahl der Anbieter eine Mindestanzahl verlangen (z. B. „mindestens 5 Kopien“) bei Chorsätzen

  • Lizenzmodelle für Ensembles/Institutionen: Verlage verkaufen oft Mehrplatz‑Lizenzen für Chöre, Schulen oder Kirchen, weil eine einzelne Lizenz nicht die Nutzung durch mehrere Personen abdeckt.

  • Schutz vor Weitergabe: Mindestabnahmen sollen verhindern, dass eine einzelne digitale Datei unkontrolliert an viele Nutzer verteilt wird.

  • Verwaltungsvereinfachung: Für Verlage ist es administrativ einfacher, Paketlizenzen an Institutionen zu verkaufen als viele Einzelkäufe zu verwalten.

Diese Regeln sind Geschäftsentscheidungen, nicht technische Notwendigkeiten; sie dienen dem Schutz von Umsatz und Urheberrechten.

Das Problem für Sehbehinderte, die auf so einem digital-born PDF Vergrößerungen für sich erzeugen möchten, das sie eben nicht zu fünft in Chören auftreten sondern bestenfalls Einzeln. Und die anderen Sänger benutzen immer noch Papier.

Hier ein konkretes Beispiel wie hoch die Download-Verhinderungs-und-Strafgebühren ausfüllen. Für eine sehbehinderte Dame möchte ich Bob Chilcotts little Jazz Mass für SATB von einem gekauften und damit digital-born PDF mittels OMR vergrößern.
In Papier darf ich für 15,29€ ein einzelnes Papier Heftchen kaufen, scanne ich das und ist das Ergebnis viel schlechter und erfordert mehrere Stunden Arbeit der Nachbesserung.
Eine digitaler Download kostet beim deutschen Distributor von Oxford University Press (OUP), alle-noten.de, 16,29€ ich muss allerdings mindestens 5 Stücke kaufen, auch wenn die Dame eine Singularität ist und andere Tablet-Benutzer auch noch ein eher rares Vorkommen sind. Ich kann diese 4 überflüssigen Kopien auch nicht gebraucht weiter verkaufen. Die Download-Verhinderungs-und-Strafgebühr beläuft sich für diese konkrete Note auf 80,95€ - 15,29€ = 65,66€ für.... wie war das noch gleich -  Verwaltungsvereinfachung und Schutz vor Weitergabe.
A Little Jazz Mass (Bob Chilcott) » Noten für gemischten Chor
A Little Jazz Mass (Download) » Noten für gemischten Chor


Und es trifft insbesondere Sehbehinderte besonders hart. Hier hat offensichtlich die Politik versagt, oder gibts dafür eine andere Erklärung?
 
Dieser Zwang zum Kauf von mindestens 5 Lizenzen gilt für alle ... nicht US-amerikanischen Distributoren des Verlags OUP - zum Vergleich: A Little Jazz Mass by Bob Chilcott - Choir, Voice, 4-Part - Digital Sheet Music | Sheet Music Plus

Institutionelle Lizenzen

  • Schulen, Kirchen, Vereine oder Chöre können Institutional‑ oder Site‑Lizenzen verhandeln; Hier wäre ein denkbarer Ansatz, das Institutionen wie "dzb lesen" Einzellizenzen für den Transkriptionsservice zu sehbehinderten Kunden durchzureichen und als Bundle ein OMR Export nach MusicXML und optional ein Grossdruck auf Papier. Tabletnutzer können mit Musescore ihr Großdruck-PDF selbst exportieren und Feinanpassungen noch vornehmen.

Notenshops, die keinen 5-Kopien-Zwang ausüben





Donnerstag, 8. Januar 2026

Pilot-Projekt: Betreutes Tablettieren für Chorsänger mit Sehproblemen

Projektüberblick – Betreutes Tablettieren

Betreutes Tablettieren für seheingeschränkte Chorsänger*innen ist ein Pilotprojekt, das Betroffenen eine maximal vereinfachte digitale Notenmappe bereitstellt. Digitale Pat*innen richten ein günstiges Android‑Tablet so ein, dass es ausschließlich der Anzeige von Großdrucknoten dient: Die App SheetMusic wird installiert, das Gerät in einen abgesicherten Kioskmodus versetzt, sämtliche Netzwerke werden deaktiviert und alle störenden Funktionen abgeschaltet.

Großdrucknoten werden über "dzb lesen" legal bezogen, gemeinsam getestet und anschließend auf das Gerät übertragen. Das Projekt nimmt Betroffenen technische Hürden ab und ermöglicht eine sichere, barrierearme Teilnahme am Choralltag. Eine detaillierte technische Anleitung sowie eine Einweisungsleitlinie für Pat*innen befinden sich im Anhang.


Versionierung

Status Draft, pfi, 0.1.2026

1. Einleitung

Viele Chorsänger*innen mit Sehbeeinträchtigung stehen vor der Herausforderung, gedruckte Noten nicht mehr ausreichend lesen zu können. Vergrößerte Kopien helfen nur begrenzt, und digitale Lösungen scheitern oft an technischen Hürden. Das Pilotprojekt „Betreutes Tablettieren“ setzt genau hier an: Es stellt Betroffenen ein radikal vereinfachtes Tablet zur Verfügung, das ausschließlich als digitale Notenmappe dient.


2. Zielgruppe und Rollen

  • Betroffene Sängerinnen*: erhalten eine sichere, leicht bedienbare digitale Notenmappe.
  • Digitale Patinnen*: richten das Gerät ein, beschaffen die Noten und stehen für gelegentliche Unterstützung bereit.
  • Chorleitungen: liefern frühzeitig neue Noten und unterstützen organisatorisch.

3. Beschaffung der Großdrucknoten über dzb lesen

  1. Formular: Die betroffene Person lässt das dzb‑lesen‑Formular ärztlich unterschreiben.
  2. Anfrage durch die Patin oder den Paten:
    • Werk anfragen
    • Probeseiten in 160 % und 200 % anfordern
    • ggf. größere Vergrößerungen erfragen
  3. Gemeinsames Testen
  4. Angebot & Bestellung
  5. Übertragung der Dateien auf das Tablet (z. B. per USB‑C‑Stick)
  6. Papierfallback beim ersten Mal, falls gewünscht
  7. Vorlaufzeiten beachten: Chorleitung frühzeitig einbeziehen

4. Auswahl des geeigneten Tablets

  • Displayhelligkeit
  • geringe Spiegelung
  • 13-14 Zoll
  • günstige, robuste Modelle
  • ggf. matte Schutzfolie
Im Fall unseres Pilotprojekts wurde ein TECLAST T65 Tablet mit einem 13,4 Zoll 120Hz Display, also fast A4 Größe. Android 16 sorgt für eine längere Lebensdauer.  20GB RAM+128GB ROM(4TB TF) mit USB-C Anschluss. Für den hier intendierten Zweck ist das Gerät relativ üppig ausgestattet. Der Preis hat hier natürlich eine Rolle gespielt und liegt mit einem schwarzen Cover um 150€.

Der 4G LTE Dual SIM Slot und GPS wird erstmal keine Verwendung haben.





5. Technisches Tutorial für digitale Patinnen*

5.1 Neues Google‑Konto anlegen (für den Play Store)

Warum?
Damit das Tablet nicht mit privaten Daten verknüpft ist und ausschließlich für den Zweck „digitale Notenmappe“ genutzt wird.

Schritte:

  1. Tablet einschalten
  2. „Neues Konto erstellen“ wählen
  3. Vorname/Nachname neutral halten, z. B. „Chor Tablet“
  4. Gmail‑Adresse wählen, z. B. chorprojekt.tablet@…
  5. Komplexes Passwort vergeben (mind. 12 Zeichen, Mischung aus Groß‑/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen)
  6. Passwort sicher dokumentieren (z. B. in Passwortmanager der Patin/des Paten)


5.2 Installation der App Mobilesheets Trial

  1. Play Store öffnen
  2. Nach „Mobilesheets Trial“ suchen
  3. App installieren
  4. App einmal starten, um Grundfunktionen zu prüfen



Die Überlegung das Kostenfreie App SheetMusic einzusetzen, habe ich fallenlassen. Vor allem weil Bookmarks nicht aus dem PDF übernommen wurden und bei jeder Änderung, die 20 Bookmarks in der App anzulegen schien nicht sinnvoll.



5.3 Tablet in den Kioskmodus versetzen

(Herstellerabhängig, Beispiel für Standard‑Android)

Variante A: App‑Fixierung („App Pinning“)

  1. Einstellungen → Sicherheit
  2. „Bildschirmfixierung“ aktivieren
  3. MobileSheets Trial öffnen
  4. Übersichtstaste → App fixieren
  5. Bestätigen

Screenshot einfügen: Bildschirmfixierung

Variante B: Vollständiger Kioskmodus (über „App als Start-App festlegen“)

  1. Einstellungen → Apps → Standard‑Apps
  2. „Start-App“ auswählen
  3. MobileSheets Trial als Start-App festlegen
  4. Tablet neu starten → SheetMusic startet automatisch

Screenshot einfügen: Start-App festlegen


5.4 Sperrbildschirm konfigurieren

Empfehlung: einfacher PIN (4–6 Stellen)

  • lang genug, um versehentliche Eingaben zu vermeiden
  • kurz genug, damit Betroffene ihn eingeben können
  • alternativ: ohne PIN, wenn das Tablet ausschließlich im Kioskmodus genutzt wird und keine sensiblen Daten enthält

Schritte:

  1. Einstellungen → Sicherheit → Bildschirmsperre
  2. „PIN“ wählen
  3. PIN vergeben
  4. Sperrzeit auf maximal lang stellen (z. B. 30 Minuten oder „Nie“)




5.5 Netzwerke deaktivieren („auf Eis legen“)

Ziel: Keine Updates, keine Pop‑ups, keine Ablenkungen.

WLAN deaktivieren

  • Einstellungen → Netzwerk → WLAN → ausschalten

Mobile Daten deaktivieren

(falls SIM‑Slot vorhanden)

  • Einstellungen → Netzwerk → Mobilfunk → ausschalten

Bluetooth deaktivieren

  • Einstellungen → Bluetooth → ausschalten

Flugmodus aktivieren

  • (optional, wenn Kioskmodus stabil bleibt)




5.6 Weitere störende Funktionen deaktivieren – Schritt für Schritt

Ziel: Das Tablet soll ruhig, vorhersagbar und ablenkungsfrei laufen.
Dazu müssen automatische Updates, Benachrichtigungen, Energiesparfunktionen und Assistenten deaktiviert werden.


5.6.1 Automatische App‑Updates deaktivieren

  1. Play Store öffnen
  2. Oben rechts auf das Profil‑Symbol tippen
  3. Einstellungen wählen
  4. NetzwerkeinstellungenApps automatisch aktualisieren
  5. Nicht automatisch aktualisieren“ auswählen
  6. Bestätigen

Screenshot einfügen: Play‑Store‑Einstellungen


5.6.2 Systemupdates deaktivieren (soweit möglich)

Android erlaubt nicht immer vollständiges Abschalten, aber man kann automatische Installationen verhindern.

  1. Einstellungen öffnen
  2. SystemSystemupdate
  3. Automatische Updates“ deaktivieren
  4. Falls vorhanden: „Nur benachrichtigen, nicht installieren“ aktivieren

Screenshot einfügen: Systemupdate‑Menü


5.6.3 Benachrichtigungen ausschalten

  1. EinstellungenApps & Benachrichtigungen
  2. Benachrichtigungen
  3. Alle Benachrichtigungen anzeigen“ deaktivieren
    oder
    jede App einzeln deaktivieren (empfohlen)

Wichtig:

  • SheetMusic darf Benachrichtigungen behalten, falls es interne Hinweise gibt
  • Alle anderen Apps → Benachrichtigungen aus

Screenshot einfügen: Benachrichtigungsübersicht


5.6.4 Energiesparfunktionen anpassen

Viele Tablets schließen Apps im Hintergrund, um Akku zu sparen. Das darf bei MobileSheets Trial nicht passieren.

  1. EinstellungenAkku
  2. Energiesparmodus → deaktivieren
  3. Adaptive Akku‑Optimierung → deaktivieren
  4. Akku‑Optimierung für Apps
    • MobileSheets Trial auswählen
    • Nicht optimieren“ aktivieren

Screenshot einfügen: Akku‑Optimierung


5.6.5 Google Assistant deaktivieren

  1. EinstellungenApps
  2. Standard‑AppsAssistent & Spracheingabe
  3. Kein Assistent“ auswählen

Screenshot einfügen: Assistent‑Einstellungen


5.6.6 Gestensteuerung deaktivieren

Gesten können versehentlich ausgelöst werden.

  1. EinstellungenSystemGesten
  2. Alle Gesten deaktivieren, insbesondere:
    • „Zurück‑Geste“
    • „Home‑Geste“
    • „App‑Übersicht‑Geste“
    • „Screenshot‑Geste“

Screenshot einfügen: Gestenmenü


5.6.7 Automatische Bildschirmrotation deaktivieren

  1. Schnelleinstellungen (von oben wischen)
  2. Auto‑Rotate“ ausschalten

5.7 Updates durch die Patin oder den Paten – ausführlich erklärt

Da das Tablet im Alltag offline ist, müssen Updates manuell durchgeführt werden.


5.7.1 Empfohlener Update‑Zyklus

  • alle 3–6 Monate
  • oder vor größeren Chorprojekten
  • oder wenn SheetMusic ein wichtiges Update ankündigt

5.7.2 Vorbereitung

  1. Tablet einschalten
  2. Kioskmodus kurz deaktivieren (falls nötig)
  3. WLAN aktivieren
  4. Mit einem sicheren Netzwerk verbinden

5.7.3 App‑Updates durchführen

  1. Play Store öffnen
  2. Profil‑Symbol → Apps und Gerät verwalten
  3. Updates verfügbar
  4. Alle aktualisieren
  5. Warten, bis alles abgeschlossen ist

5.7.4 Systemupdates durchführen

  1. EinstellungenSystemSystemupdate
  2. Nach Updates suchen
  3. Falls ein Update verfügbar ist: installieren
  4. Tablet neu starten

5.7.5 Nachbereitung

  1. WLAN wieder deaktivieren
  2. Kioskmodus erneut aktivieren
  3. Testen:
    • Startet SheetMusic automatisch
    • Funktioniert Blättern
    • Sind alle Noten noch vorhanden

5.8 Notenmaterial aufspielen – ausführlich erklärt

Es gibt drei sichere Wege, Noten auf das Tablet zu übertragen.


5.8.1 Übertragung per USB‑C‑Stick (empfohlen)

Voraussetzungen

  • USB‑C‑Stick oder USB‑A‑Stick + USB‑C‑OTG‑Adapter
  • Dateien von dzb lesen liegen auf dem PC

Schritte

  1. Stick am PC einstecken
  2. Noten (PDF oder Bilddateien) auf den Stick kopieren
  3. Stick am Tablet einstecken
  4. Tablet zeigt „USB‑Gerät verbunden
  5. Dateimanager öffnen
  6. Ordner „USB‑Speicher“ auswählen
  7. Dateien markieren
  8. In den Ordner kopieren:
    • Interner Speicher → Documents → SheetMusic
      (oder der Ordner, den die App verwendet)

Screenshot einfügen: Dateimanager – USB‑Stick


5.8.2 Übertragung per PC‑Kabel

  1. Tablet per USB‑C‑Kabel mit dem PC verbinden
  2. Auf dem Tablet erscheint: „Dateien übertragen“ → auswählen
  3. Am PC erscheint das Tablet als Laufwerk
  4. Ordner „Documents/SheetMusic“ öffnen
  5. Dateien hinein kopieren
  6. Verbindung trennen

5.8.3 Übertragung per Cloud (nur während Updates)

Nur kurzzeitig, da das Tablet sonst offline bleibt.

  1. WLAN aktivieren
  2. Cloud‑Dienst öffnen (Google Drive, Dropbox etc.)
  3. Dateien herunterladen
  4. In den SheetMusic‑Ordner verschieben
  5. Cloud‑App wieder abmelden
  6. WLAN deaktivieren

5.8.4 Kontrolle in SheetMusic

  1. SheetMusic öffnen
  2. „Bibliothek“ oder „Meine Dateien“
  3. Prüfen, ob die neuen Stücke sichtbar sind
  4. Testen:
    • Öffnen
    • Blättern
    • Zoom
    • Lesbarkeit

6. Vorteile des Systems

  • maximale Einfachheit
  • keine technischen Hürden
  • keine Ablenkungen
  • sichere, legale Notenversorgung
  • geringe Belastung für Pat*innen
  • barrierefreie Teilhabe im Chor

7. Anhang: Einweisungsleitlinie für PatInnen

Einweisungsleitlinie für digitale Pat*innen
1. Vorbereiten

☐ Tablet vollständig eingerichtet (Kioskmodus aktiv)
☐ SheetMusic startet automatisch
☐ Alle Netzwerke deaktiviert (WLAN, Mobilfunk, Bluetooth)
☐ Noten vollständig aufgespielt
☐ Gerät vollständig geladen
☐ Reinigungstuch beigelegt
2. Noten von "dzb lesen"

☐ Formular besorgt & ärztlich unterschrieben
☐ Werk per E‑Mail angefragt
☐ Probeseiten (160 % / 200 %) erhalten
☐ Gemeinsam getestet, ggf. größere Vergrößerung angefragt
☐ Angebot bestätigt & Bestellung ausgelöst
☐ Dateien aufs Tablet übertragen (USB‑C‑Stick oder PC‑Kabel)
3. Erstgespräch

☐ Erklärt: „Tablet ist nur eine digitale Notenmappe“
☐ Erklärt: „Du kannst nichts kaputtmachen“
☐ Sehbedürfnisse abgefragt (Blendung, Kontrast, Spiegelung)
4. Einführung am Gerät

☐ Einschalten gezeigt
☐ Stück auswählen gezeigt
☐ Blättern erklärt (rechts/links tippen)
☐ Bookmarks (Lesezeichen) gezeigt
☐ Zurück‑Pfeil erklärt
5. Unterstützung im Chor

☐ Erste Probe begleitet
☐ Chorleitung um frühzeitige Noten gebeten
☐ Vorlaufzeiten von dzb lesen erklärt
6. Sicherheit

☐ Keine Internetverbindung aktiv
☐ Keine Pop‑ups oder Ablenkungen
☐ Vorgehen bei Problemen erklärt (Aus/Ein)
7. Übergabe

☐ Bedienkarte übergeben
☐ Erreichbarkeit geklärt
☐ Update‑Zyklus (alle 3–6 Monate) erklärt

7. Bedienkarte

Bedienkarte – Digitale Notenmappe
1. Einschalten
Ein/Aus‑Knopf drücken. Die Noten‑App startet automatisch.
2. Stück auswählen
In der Liste auf den gewünschten Titel tippen.
3. Blättern
Rechts tippen → nächste Seite
Links tippen → vorherige Seite
4. Zu einem Abschnitt springen
Oben links auf das Menü‑Symbol tippen → Abschnitt wählen.
5. Stück schließen
Oben links auf den Zurück‑Pfeil tippen.
6. Wenn etwas hängt
Tablet aus‑ und wieder einschalten. Es kann nichts kaputtgehen.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Hilfe, ich kann die Noten nicht mehr lesen!

Wenn Chormusik an den Augen scheitert – Herausforderungen und Lösungen für ältere Sänger:innen



Es ist ein Thema, das in vielen Chören immer häufiger zur Sprache kommt: „Hilfe, ich kann die Noten nicht mehr lesen!“ Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Mitglieder werden Augenerkrankungen zum echten Problem – und das betrifft nicht nur das Lesen von Liedtexten, sondern vor allem das Notenlesen. Während sich Text mit wenigen Klicks oder einer Lupe vergrößern lässt, ist das bei Notenblättern oft viel komplizierter.

Warum ist das Notenlesen im Alter so schwierig?

Mit zunehmendem Alter treten verschiedene Augenerkrankungen auf, die das Notenlesen massiv erschweren. Eine Übersicht zeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen sein können:

  • Grauer Star (Katarakt): Die Linse trübt sich, alles wirkt verschwommen – Notenlinien und Symbole verlieren an Kontrast und Klarheit.
  • Grüner Star (Glaukom): Teile des Sichtfelds fallen aus, Notenzeilen erscheinen lückenhaft.
  • Makuladegeneration (AMD): Die zentrale Sehschärfe geht verloren, die Mitte des Notenblatts verschwimmt.
  • Diabetische Retinopathie: Flecken und Ausfälle im Sichtfeld verdecken oder verzerren Noten.
  • Presbyopie (Altersweitsichtigkeit): Nahes Sehen wird unscharf, Notenblätter müssen weiter weg gehalten oder mit Brille gelesen werden.
  • Schlaganfall-Folgen, Demenz, Parkinson: Auch neurologische Erkrankungen können das visuelle Erfassen und Verarbeiten von Noten massiv beeinträchtigen.

Text vergrößern? Kein Problem. Noten vergrößern? Eine Wissenschaft!

Während Text einfach auf Großdruck umgestellt werden kann, ist das bei Notenblättern viel komplexer. Noten bestehen aus Linien, Symbolen, Abständen und Strukturen, die beim Vergrößern oft „auseinanderfallen“ oder unübersichtlich werden. Ein zu großes Notenblatt passt nicht mehr aufs Display oder auf eine Seite, die Orientierung geht verloren, und das Umblättern wird zur Herausforderung.

Was hilft beim Notenlesen im Alter?

Es gibt verschiedene Ansätze, um das Notenlesen für ältere Sänger:innen zu erleichtern:

  • Großdruck-Noten: Spezielle Ausgaben (z.B. Carus XL) bieten größere Notenschrift, mehr Weißraum und weniger Systeme pro Seite. Das macht die Noten leichter erfassbar, auch bei schwächerem Licht.
  • Digitale Lösungen: Tablets und E-Reader mit Zoomfunktion, spezielle Apps wie LargePrintMusic oder MobileSheets, ermöglichen das Vergrößern und Anpassen von Notenblättern.
  • Technische Hilfen: Vergrößerungsgläser, Lesebrillen, LED-Notenpultlampen.
  • Organisation im Chor: Gute Beleuchtung, klare Ansagen, Partnerhilfe beim Umblättern.
  • Musikalische Strategien: Auswendiglernen, Hörübungen, farbliche Markierungen für Einsätze.
  • Gesundheitliche Unterstützung: Regelmäßige Augenarztkontrollen, Brillenanpassung, Gedächtnis- und Wahrnehmungstraining.

Kritischer Blick auf Großdruck-Noten: Mehr Schein als Sein?



Der Carus Verlag allein, hat Großdrucknoten im Programm unter der Bezeichnung XL-Ausgaben mit einer Vergrößerung der Notenschrift um 30–40 % nach eigenem Bekunden. Doch ein genauer Vergleich der Probenseiten – Großdruck gegen normalen Klavierauszug – offenbart eine andere Realität: Die Noten selbst sind nahezu identisch, lediglich das Papierformat ist größer. Während der normale Klavierauszug etwas kleiner als DIN A4 ist, wird beim Großdruck einfach auf A4 gedruckt. Die eigentliche Notenschrift bleibt oft gleich groß, und die versprochene bessere Lesbarkeit entsteht vor allem durch mehr Weißraum und weniger Systeme pro Seite.

Carus offeriert auf seiner Seite auch keine Maßangaben der Klavier- und Chorauszüge, nur die XL Ausgaben sind genau A4 groß. Klavierauszüge sind zwischen B5 (17,6 × 25 cm) und dem Carus‑Zwischenformat, (18,9 × 27 cm selbst gemessen bei der Matthäus-Passion). Die Anzahl der Seiten bei der XL Ausgabe ist gewöhnlich gleich der des Klavierauszugs. Damit ergib sich (29,727) / 27=2,7/ 27=0,1 also eine 10% Vergrößerung der Seitenhöhe. Wie bei den Probeseiten, die nur für einige XL Ausgaben vorhanden sind, ist aber Notengröße und Schriftgröße beider Ausgaben gleich beim unteren Beispiel stellt man die Probeseiten gleichgroß nebeneinander - soweit das Auge das unterscheiden kann. Die Vergrößerung ergibt sich also nur aus der 10% Vergrößerung der Höhe der Seite. In diesem Fall kann die Vergrößerung also bestenfalls insgesamt 10% statt 30-40% betragen. Hier sollte Carus konsistenter in seinen Angaben werden, und dem Hilfesuchenden nachvollziehbare Vergleiche ermöglichen.

Da nur ein Teil der XL Ausgaben Probeseiten enthält, die Größen Änderung zwischen Chorauszug/Klavierauszug und XL Ausgabe nur geraten werden kann, da Carus zu ersterem keine genauen Angaben macht, kann auch die tatsächliche prozentuale Vergrößerung in der Mehrzahl der Fälle nur geraten werden. Es ist aber nicht auszuschließen, das es tatsächlich XL Ausgaben gibt, die eine Vergrößerung um 30-40% erreichen - zumindest nicht ohne diese tatsächlich zu erwerben.

Diese Erfahrung haben auch zwei Damen aus meinem Chor gemacht, die für Mendelssohns „Lobgesang“ extra die XL-Ausgabe gekauft haben. Ihr Fazit: Der Mehrpreis hat sich nicht gelohnt. Die Noten waren kaum besser lesbar als in der Standardausgabe, und der praktische Nutzen blieb hinter den Erwartungen zurück. Gerade für Sänger:innen mit Sehproblemen ist das enttäuschend, denn sie hoffen auf eine echte Verbesserung – und nicht nur auf ein größeres Blatt Papier.

Links ist der normale Klavierauszug, rechts der Großdruck...

In einem heute mit dem Auftragsdienst von dzb-lesen geführtes Telefonat, wurde diese übrigens Beobachtung bestätigt, das die Vergrößerung in vielen Fällen weit unter den selbst bekundeten 30-40% liegt und nur durch das etwas größere Buchformat umgesetzt wird, und das der Verlag hier nur sehr moderaten Aufwand investiert. Da auch Probeseiten nur in einem Teil der Fälle bei den Produkten aus dem Shop beiliegen, kann der Interessent nicht entscheiden, ob diese Vergrößerung reicht.


Fazit: XL heißt nicht automatisch groß – manchmal nur ein großes Versprechen, das leider nicht gehalten wird

Carus bewirbt die XL‑Serie mit 30–40 % Vergrößerung. In der Realität landet man jedoch oft bei einem „A4‑aufgepumpten Normaldruckchen“: rund 10 % mehr, weil der Klavierauszug vorher einfach kleiner gedruckt wurde. Wie klein? Bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Probeseiten? Gelegentlich. Die tatsächliche Lesbarkeit erfährt man erst nach dem Kauf.

Echter Großdruck nach MSN‑Standard sieht anders aus.

MSN steht für Music Specification for Notation for Low Vision – ein international entwickelter Standard, der festlegt, wie Noten für Menschen mit Sehbeeinträchtigung gesetzt werden sollten: größere Notenköpfe, mehr Abstand, klare Linien, reduzierte Informationsdichte, optimierte Umbrüche. Also nicht „größer gedruckt“, sondern neu gestaltet.

In Deutschland setzt "dzb lesen" (das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen in Leipzig) diesen Standard ein. "dzb lesen" ist eine staatlich geförderte Einrichtung, die barrierefreie Medien produziert: Braille, Hörbücher, Tastgrafiken – und eben auch echten Großdruck, der den Namen verdient. Dort wird nicht aufwandsvermeidend skaliert, sondern professionell neu gesetzt.

Ein deutsches Pendant zu MSN‑konformen kommerziellen Notenausgaben? Leider Fehlanzeige. Viel Engagement, wenig Standardisierung.

Kurz: Wer „XL“ bestellt, bekommt manchmal nur „L“ oder weniger. Und wer echten Großdruck braucht, muss weiter prüfen, messen, vergleichen – oder sich an Stellen wenden, die wissen, wie barrierefreies Notenlayout wirklich funktioniert.


Warum ist echte Vergrößerung bei Noten so schwierig?

Das Problem liegt darin, dass Notenblätter viel komplexer aufgebaut sind als reiner Text. Eine bloße Vergrößerung des Formats reicht nicht aus, um die Lesbarkeit wirklich zu verbessern. Die Notenschrift müsste tatsächlich größer gesetzt werden, mit mehr Abstand zwischen den Systemen und Symbolen. Doch das ist aufwendig und wird von den Verlagen scheint es nur halbherzig umgesetzt. Dabei spielt auch eine Rolle, das ein Klavierauszug einen Weihnachtsoratoriums so schon schwer ist - verdoppelt man die Zahl der Seiten, verdoppelt sich auch das Gewicht des Buchs, und die Herstellungskosten sind auch betroffen. Die XL Reihe ist da sicher ein Kompromiss in Papier, aber hilft eben nur einem Teil die mit wenig Vergrößerung auskommen.

Carus-App: Viel Shop, wenig echte Hilfe für Sehbehinderte

Ein weiteres Problemfeld ist die hauseigene App von Carus. Sie wird zwar als moderne Lösung für digitale Noten angepriesen, entpuppt sich aber im Alltag vor allem als Verkaufsbude: Die App dient in erster Linie dazu, Noten zu verkaufen und anzuzeigen – und zwar als starre PDF-Dateien. Für Chormitglieder mit Sehproblemen ist das eine große Enttäuschung, denn die App bietet keine Möglichkeit, die Notendarstellung individuell anzupassen. Es gibt keine Option, Akkoladen oder Systeme neu auf die Seiten zu verteilen, Notenlinienabstände zu verändern oder die Notenschrift wirklich zu vergrößern. Die Anzeige bleibt auf das PDF beschränkt, das der Verlag bereitstellt – und das ist in der Regel identisch mit der gedruckten Ausgabe, nur eben digital.

Für eine aktuelle und vollständige Liste empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Carus-XL-Flyer-Seite (PDF) oder eine gezielte Suche im Carus-Webshop.

Aktuell kann man etwa 25–30 Carus XL-Ausgaben als PDF kaufen, wobei die genaue Zahl schwankt und vom jeweiligen Werk abhängt. Wer eine bestimmte Großdruck-Ausgabe als PDF sucht, sollte gezielt im Carus-Shop oder bei großen Notenportalen nachsehen und ggf. direkt beim Verlag nachfragen. Die Auswahl ist deutlich kleiner als bei den regulären Ausgaben.

Gerade im Vergleich zu spezialisierten Programmen wie LargePrintMusic oder Musescore, die eine flexible Anpassung und echte Vergrößerung ermöglichen, bleibt die Carus-App weit hinter den Erwartungen zurück. Wer auf eine digitale Lösung hofft, die wirklich barrierefrei ist und sich an die Bedürfnisse älterer oder sehbehinderter Sänger:innen anpasst, wird hier enttäuscht. Nach aktuellem Stand gibt es in der Carus-App keine Funktion, die eine bessere Verteilung von Akkoladen und Systemen auf den Seiten erlaubt oder die Notenschrift individuell anpassbar macht.

Fazit:

Wer auf Großdruck-Noten setzt, sollte genau hinschauen und sich nicht allein von den Werbeversprechen leiten lassen. Ein größeres Papierformat bedeutet nicht automatisch bessere Lesbarkeit. Für viele Chormitglieder mit Sehproblemen lohnt sich der Mehrpreis oft nicht – echte Verbesserungen bieten vor allem digitale Lösungen und individuell angepasste Notensätze.

Digitale Lösungen und spezialisierte Programme wie LargePrintMusic bieten hier deutlich mehr Flexibilität, weil sie die Notenschrift wirklich vergrößern und individuell anpassen können.

Spezialisierte Verlage für Großdrucknoten

  • 66Plus Verlag: Dieser Verlag bietet explizit Noten im Großdruck an, insbesondere für den Bereich Senioren und gemeinsames Singen. Im Sortiment finden sich verschiedene Liederbücher und thematische Sammlungen, die speziell auf gut lesbare Notenschrift ausgelegt sind. Das Angebot ist online einsehbar und direkt bestellbar.
    Mehr Informationen und Sortiment bei 66Plus Verlag


Wie funktioniert LargePrintMusic?



LargePrintMusic ist ein spezialisiertes Programm für Windows und Mac, das es ermöglicht, beliebige Notenblätter (meist als PDF) zu vergrößern – speziell für sehbehinderte Musiker:innen. Der Ablauf ist wie folgt:

  1. PDF einlesen: Sie scannen oder laden Ihr Notenblatt als PDF in das Programm.
  2. Erkennung der Notenzeilen und Takte: Das Programm erkennt automatisch die Notenzeilen und Taktstriche. Bei schlechter Scanqualität kann man diese auch manuell markieren.
  3. Einstellungen für die Vergrößerung: Sie bestimmen, wie viele Notenzeilen und Takte pro Seite angezeigt werden sollen. Weniger Zeilen/Takte bedeuten größere Noten.
  4. Export: Das Ergebnis wird als neues, vergrößertes PDF ausgegeben. Dieses kann auf Papier gedruckt oder auf jedem Tablet/PC mit PDF-Reader angezeigt werden.
  5. Optionen: Sie können einzelne Stimmen herausfiltern, Wiederholungen automatisch einfügen und die Seitenaufteilung individuell anpassen. Das Programm ist einfach gehalten, aber die Icons sind nicht immer kontrastreich.

Tutorial: Ein kurzes Video zeigt, dass der gesamte Prozess (je nach Umfang und Qualität des Ausgangs-PDFs) in wenigen Minuten bis etwa einer halben Stunde erledigt ist. Für einen kompletten Klavierauszug kann es etwas länger dauern, vor allem wenn viele Seiten manuell nachbearbeitet werden müssen.



Kann man einen kompletten Klavierauszug vergrößern?

Ja, LargePrintMusic ist ausdrücklich dafür gemacht, ganze Notenhefte oder Klavierauszüge zu verarbeiten. Sie können das gesamte PDF importieren und Seite für Seite vergrößern. Die Software erkennt auch mehrstimmige Partituren und erlaubt das gezielte Herausfiltern einzelner Stimmen, falls gewünscht. Das Ergebnis ist ein vollständiger, vergrößerter Klavierauszug als PDF, der auf jedem System angezeigt oder ausgedruckt werden kann.

Wie lange dauert die Verarbeitung?

  • Automatische Erkennung: Bei guten PDFs dauert die automatische Erkennung der Notenzeilen und Takte meist nur wenige Minuten.
  • Manuelle Nachbearbeitung: Bei komplexen oder schlecht gescannten Noten kann die manuelle Nachbearbeitung pro Seite einige Minuten in Anspruch nehmen.
  • Gesamtdauer: Für einen kompletten Klavierauszug (z.B. 30–50 Seiten) sollten Sie je nach Qualität und Komplexität zwischen 30 Minuten und 2 Stunden einplanen. Die eigentliche Vergrößerung und PDF-Erstellung geht dann sehr schnell.

Urheberrecht: Was ist erlaubt?

Das Vergrößern von Noten mit LargePrintMusic ist rechtlich eine Vervielfältigung. Sie dürfen dies nur tun, wenn:

  • Die Noten gemeinfrei sind (Komponist seit über 70 Jahren verstorben und keine wissenschaftliche Neuausgabe mit eigenem Schutz).
  • Sie eine digitale Lizenz vom Verlag besitzen, die die Bearbeitung und Vervielfältigung erlaubt.
  • Sie die Noten selbst geschrieben haben oder ausdrücklich die Erlaubnis des Rechteinhabers (Verlag, Komponist) besitzen.

Nicht erlaubt:

  • Das Vergrößern und Kopieren urheberrechtlich geschützter Noten ohne Lizenz ist verboten und kann rechtliche Konsequenzen haben. Auch das Teilen der vergrößerten PDFs ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers nicht zulässig.

Zusammenfassung:
Mit LargePrintMusic können Sie komplette Klavierauszüge schnell und flexibel vergrößern und als PDF ausgeben. Die Bedienung ist einfach, die Verarbeitung dauert je nach Umfang und Qualität zwischen wenigen Minuten und etwa zwei Stunden. Wichtig: Prüfen Sie immer die Urheberrechte! Gemeinfreie Noten sind unproblematisch, bei geschützten Werken benötigen Sie eine Lizenz vom Verlag.

Tipp:

Weitere Infos, eine Demoversion und Tutorials finden Sie direkt auf largeprintmusic.com.

Tablets und Displays: Welche Geräte eignen sich?



Die Wahl des richtigen Geräts ist entscheidend. Große Tablets wie das Samsung Galaxy Tab S9 Ultra oder das TCL Nxtpaper 14 bieten fast DIN A4-Größe und sind augenschonend. E-Ink-Reader wie der Onyx Boox Tab X sind besonders für längeres Lesen geeignet. Aber auch hier gilt: Gewicht, Displaytyp, Seitenverhältnis und Preis spielen eine Rolle.





Empfehlungen für Tablet-Displays bei Augenerkrankungen

Augen-erkrankungEmpfohlener DisplaytypBeispielgeräteVorteile für BetroffeneHinweise / Nachteile
Grauer Star (Katarakt)IPS / AMOLED, hohe Helligkeit, kontrastreich, matte OberflächeTCL Nxtpaper 14, Samsung Galaxy Tab S9 UltraHohe Helligkeit und Kontrast helfen, unscharfe Bereiche auszugleichen. Matte Displays reduzieren Blendung.OLED kann bei starker Lichtempfindlichkeit zu hell sein.
Makula-degeneration (AMD)Großes Display, hohe Auflösung, Zoomfunktion, matte OberflächeTCL Nxtpaper 14, iPad Pro 13", Onyx Boox Tab XGroßes Display und Zoom helfen, zentrale Sehschwäche zu kompensieren. Matte Displays vermeiden Reflexionen.Gewicht und Preis beachten.
GlaukomGroßes Display, hohe Helligkeit, variable SeitenverhältnisseSamsung Galaxy Tab S9 Ultra, Xiaomi Pad 7 UltraGroßes Display ermöglicht flexible Anordnung der Noten, hohe Helligkeit hilft bei Gesichtsfeldausfällen.AMOLED kann für manche zu kontrastreich sein.
Diabetische RetinopathieE-Ink (Kaleido), hohe Auflösung, variable ZoomfunktionOnyx Boox Tab X, PadMu 4E-Ink reduziert Blendung und ist augenschonend, hohe Auflösung hilft bei Flecken im Sichtfeld.E-Ink langsamer beim Blättern, Farben weniger kräftig.
Presbyopie (Altersweit-sichtigkeit)Großes Display, variable Zoomfunktion, hohe AuflösungTCL Nxtpaper 14, iPad Pro 13", Samsung Galaxy Tab S9 UltraGroßes Display und Zoomfunktion ermöglichen bequemes Lesen auch bei Nahsehschwäche.Preis und Gewicht beachten.
Parkinson / TremorLeichtes Gerät, stabile Halterung, große TouchflächenFujitsu Quaderno A4 Gen 3, iPad Air 13"Leichtes Gerät erleichtert das Halten, große Touchflächen und stabile Halterungen helfen bei Zittern.E-Ink weniger reaktionsschnell.
Demenz / AlzheimerEinfaches Bedienkonzept, klare Anzeige, große SymboleiPad Air 13", TCL Nxtpaper 14Klare, kontrastreiche Anzeige und einfache Bedienung unterstützen die Orientierung.Komplexe Apps vermeiden.

Warum diese Empfehlungen?

  • Matte Displays (wie beim TCL Nxtpaper 14) sind besonders für Menschen mit Blendempfindlichkeit oder Katarakt geeignet, da sie Reflexionen stark reduzieren und ein papierähnliches Lesegefühl bieten.
  • Große Displays (ab 13 Zoll) und hohe Auflösung sind für alle Augenerkrankungen hilfreich, da sie mehr Platz für vergrößerte Noten bieten und Details besser erkennbar machen.
  • E-Ink-Displays sind augenschonend und besonders für längeres Lesen geeignet, aber weniger farbintensiv und langsamer beim Blättern.
  • AMOLED und IPS bieten hohe Kontraste und Helligkeit, was bei Sehschwäche und Gesichtsfeldausfällen hilft.
  • Zoomfunktion und variable Seitenverhältnisse sind wichtig, um Noten individuell anpassen zu können.

Fazit:
Die Wahl des richtigen Tablets hängt stark von der individuellen Augenerkrankung ab. Matte, große und kontrastreiche Displays sind für die meisten Sehprobleme vorteilhaft. E-Ink eignet sich für längeres Lesen, AMOLED und IPS für hohe Kontraste und Helligkeit. Die Bedienbarkeit und das Gewicht sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

Mehr Details sind in meinem aktuellen Blogartikel zu finden: https://petrasnotenbuechlein.blogspot.com/2025/12/tabletts-fur-chorsanger-welche-gerate.html

PDF-Optimierung: Mehr aus dem Display herausholen

Mit Tools wie SmallPDF oder ScanTailor lassen sich PDF-Ränder beschneiden, Seiten teilen und schiefe Scans korrigieren. So wird die Displayfläche optimal genutzt und das Notenblatt passt besser auf den Bildschirm.



Auch Notenanzeige Apps, namentlich forSore (nur iOS) und MobileSheets bieten die Option, den Rand zu beschneiden.


Bookmarks - zum Navigieren auf dem Tablett unabdingbar



Bookmarks können mit den meisten PDF-Readern in PDFs eingefügt werden. Dabei sollte man auch Hierarchien Nutzen und als Navigationsmarker Nummern, Seitennummern, Buchstaben und Taktnummern in Betracht ziehen.


Großdruck auf Bestellung und Selbsthilfe: Das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)



Das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) fertigt Noten in Großdruck nach individuellen Wünschen an – Voraussetzung ist ein Behindertenausweis mit Kennzeichen für Sehbehinderung. Übersicht: OMR-Software & Online-Dienste

Das dzb lesen in Leipzig ist eine zentrale Anlaufstelle für sehbehinderte und blinde Musiker:innen, die Noten in Großdruck benötigen. Das Angebot umfasst die individuelle Anfertigung von Großdruck-Noten in verschiedenen Schriftgrößen – zum Beispiel 160 % oder 200 %. Dabei können sowohl Originale als auch Kopien eingesendet werden, und das Zentrum übernimmt die Übertragung, den Druck und die Bindung.

Preise:
Die Kosten für die Anfertigung von Großdruck-Noten werden individuell kalkuliert und richten sich nach dem Umfang und der Komplexität der Vorlage. Ein konkretes Angebot erhält man nach Einsendung der Noten. Die Preise sind transparent und werden vorab mitgeteilt. Für die Nutzung des Angebots ist ein Nachweis der Sehbehinderung Voraussetzung.

Sortiment:
Neben individuellen Aufträgen bietet dzb lesen auch eine Großdruckbibliothek mit über 1.000 Titeln aus verschiedenen Kategorien wie Chorgesang, Klaviermusik und Ensembles. Die Bibliothek ist online einsehbar und kann nach Kategorien durchsucht werden.

Lizenz und Urheberrecht:
Die Anfertigung von Großdruck-Noten durch dzb lesen ist rechtlich abgesichert, da das Zentrum ausschließlich für Personen mit Sehbehinderung arbeitet und die Übertragung im Rahmen der gesetzlichen Ausnahmen (§ 45a UrhG) erfolgt. Das bedeutet:

  • Die Vorlage muss entweder gemeinfrei sein oder Sie müssen das Recht zur Nutzung besitzen (z.B. durch Kauf oder Lizenz).
  • dzb lesen prüft die rechtliche Situation und fertigt Großdruck-Noten nur an, wenn die Lizenzlage eindeutig ist.
  • Die angefertigten Großdruck-Noten sind ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt und dürfen nicht weiterverkauft oder öffentlich verbreitet werden.

Kontakt und Ablauf:
Für Anfragen und Aufträge stehen die Mitarbeiter:innen der Großdruckbibliothek telefonisch und per E-Mail zur Verfügung. Nach Einsendung der Vorlage erhalten Sie ein Kostenangebot und können den Auftrag bestätigen. Die fertigen Noten werden Ihnen dann zugesendet.

Individuelle Preisgestaltung und Kostenvoranschlag

Das dzb lesen bietet Großdruck-Noten als individuellen Service an. Die Preise richten sich nach dem Umfang, der Komplexität und dem gewünschten Format der Vorlage. Es gibt keine pauschale Preisliste für Großdruck-Noten, sondern du erhältst nach Einsendung deiner Notenvorlage und einer kurzen Beratung einen individuellen Kostenvoranschlag. Eine persönliche Absprache wird ausdrücklich empfohlen, um die Wünsche und den Aufwand genau zu klären.

Erfahrungswerte und Beispiele

Konkrete Preisbeispiele werden auf der Website nicht genannt. Aus Erfahrungsberichten und Foren lässt sich ableiten:

  • Für kleinere Werke (z. B. ein Liedsatz oder ein kurzer Chorsatz) können die Kosten im Bereich von etwa 20–40 € liegen.
  • Für umfangreichere Werke (z. B. ein ganzer Klavierauszug oder eine größere Kantate) können die Kosten je nach Aufwand und Seitenzahl auch 60–150 € oder mehr betragen.
  • Die Preise beinhalten die Übertragung, den Druck und die Bindung der Noten im gewünschten Großdruckformat.

Was ist im Preis enthalten?

  • Beratung und Prüfung der Vorlage
  • Übertragung und Anpassung ins Großdruckformat
  • Druck und Bindung (nach Wunsch)
  • Versand

Besonderheiten

  • Die Bearbeitungszeiten sind meist kurz, können aber je nach Auftragslage variieren.
  • Voraussetzung ist ein Nachweis der Sehbehinderung (Behindertenausweis).
  • Die Preise werden transparent vorab mitgeteilt, sodass du erst nach Kostenzusage verbindlich bestellst.

Fazit

dzb lesen bietet eine professionelle und rechtlich sichere Möglichkeit, Noten in Großdruck zu erhalten – individuell angepasst und mit transparenten Preisen. Die Lizenzfragen werden sorgfältig geprüft, sodass Sie als Nutzer:in keine rechtlichen Risiken eingehen. Besonders für Chorsänger:innen mit Sehbehinderung ist das Angebot eine wertvolle Unterstützung.


Mit welchen Kosten man konkret rechnen musst, hängt stark vom Umfang und der Komplexität deines Auftrags ab. Für ein individuelles Angebot empfiehlt sich eine direkte Anfrage beim Team DaCapo von dzb lesen. Die Kontaktmöglichkeiten findest du auf der Website des Zentrums.

dzb lesen arbeitet in bestimmten Fällen mit Verlagen zusammen, wenn Noten urheberrechtlich geschützt sind. Das Zentrum prüft bei jedem Auftrag die rechtliche Lage. Ist das Werk nicht gemeinfrei, wird in der Regel Kontakt mit dem jeweiligen Verlag aufgenommen, um eine Nutzungslizenz für die Großdruck-Anfertigung einzuholen. Erst wenn die Zustimmung des Rechteinhabers (z. B. des Verlags) vorliegt, wird der Auftrag ausgeführt. Die Kosten für die Lizenz werden dabei transparent kommuniziert und sind Teil des individuellen Angebots.

Notensatzdatei vs. PDF: Der technische Unterschied

Notensatzdateien (wie .mscz, .sib, .musx) enthalten die musikalischen Informationen als strukturierte, digitale Daten: Jede Note, Linie, Takt, Text und jedes Symbol ist einzeln gespeichert und kann beliebig skaliert, verschoben oder neu angeordnet werden. Das Layout ist flexibel und lässt sich mit wenigen Klicks anpassen.

PDF-Dateien hingegen sind „flache“ Dokumente: Sie speichern die Noten als fertiges Bild oder Grafik. Die einzelnen Elemente sind nicht mehr als musikalische Objekte erkennbar, sondern nur noch als Pixel oder Vektoren. Änderungen am Layout, an der Notengröße oder an Abständen sind nur mit großem Aufwand und meist nur durch Umwege (z. B. optische Notenerkennung, OMR) möglich.

Warum ist die Vergrößerung aus Notensatzdateien so einfach?

  • In Notensatzprogrammen kannst du mit wenigen Klicks die Notengröße (meist als „Spatium“ bezeichnet) anpassen. Das Spatium ist der Abstand zwischen zwei Notenlinien und bestimmt die gesamte Skalierung der Notenschrift.
  • Erhöhst du das Spatium, werden alle Noten, Symbole, Texte und Abstände automatisch proportional vergrößert. Das Layout bleibt sauber, die Seitenumbrüche werden neu berechnet, und du kannst gezielt steuern, wie viele Systeme pro Seite erscheinen.
  • Auch weitere Anpassungen wie größere Schrift für Liedtexte, mehr Weißraum oder weniger Systeme pro Seite sind direkt möglich – alles bleibt editierbar und verlustfrei.

Warum ist das bei PDFs so schwierig?

  • Ein PDF ist wie ein „Foto“ vom fertigen Notenblatt. Du kannst zwar das ganze Blatt vergrößern (z. B. beim Drucken oder mit Zoom), aber die Noten werden dabei nicht wirklich „neu gesetzt“. Die Abstände zwischen Notenlinien, Notenköpfen und Texten bleiben fix, und das Layout kann schnell unübersichtlich werden.
  • LargePrintMusic tut genau das
  • Willst du aus einem PDF eine echte Großdruck-Ausgabe machen, musst du entweder das PDF beschneiden und auf größerem Papier drucken (was oft wenig bringt) oder eine OMR-Software nutzen, um die Noten zu erkennen und in eine editierbare Datei zu verwandeln – was fehleranfällig und aufwendig ist.

4. Die Rolle des Spatiums

Das Spatium ist der zentrale Parameter in jedem Notensatzprogramm. Es legt fest, wie groß die Notenlinien und damit die gesamte Notenschrift sind.

  • Kleines Spatium: Viele Systeme pro Seite, kleine Noten – schwer lesbar für Sehbehinderte.
  • Großes Spatium: Weniger Systeme pro Seite, große Noten – optimal für Großdruck.

Durch die Anpassung des Spatiums kannst du gezielt steuern, wie groß die Noten werden, ohne dass das Layout „zerfällt“. Das ist mit PDFs nicht möglich, da dort das Spatium bereits festgelegt und nicht mehr editierbar ist.

Fazit:

Vergrößerte Ausgaben aus Notensatzdateien sind einfach, flexibel und professionell, weil das Spatium und alle Layout-Parameter verlustfrei angepasst werden können. Bei PDFs fehlt diese Flexibilität – hier ist echte Vergrößerung nur mit viel Aufwand und oft Qualitätsverlust möglich. Das Spatium ist dabei der Schlüssel zur optimalen Lesbarkeit im Großdruck.

Übersicht: OMR-Software & Online-Dienste


NamePlattformPreis (Stand 2024)Praxistauglichkeit / Besonderheiten
SmartScore 64Windows, Macca. 199 € (Vollversion)Sehr leistungsfähig, erkennt komplexe Partituren, gute Editierfunktionen, aber Einarbeitung nötig. Sehr gute Ergebnisse bei klaren Scans.
PhotoScore UltimateWindows, Macca. 249 € (Vollversion)Marktführer, sehr gute Erkennung, besonders in Verbindung mit Sibelius. Unterstützt Handschrift (eingeschränkt).
ScanScoreWindows, Macab 39 € (Einzelstimme), 149 € (Ensemble), 219 € (Professional)Einsteigerfreundlich, erkennt PDFs und Fotos, gute Ergebnisse bei Standardnoten, weniger bei komplexen Partituren.
PlayScore 2iOS, Androidca. 6 €/Monat oder 39 €/JahrSehr einfach zu bedienen, scannt direkt mit Smartphone, gute Ergebnisse bei Einzelstimmen und Chorsätzen.
AudiverisWindows, Mac, Linux (Open Source)kostenlosOpen Source, weniger komfortabel, Ergebnisse schwanken je nach Scanqualität, für Technikaffine geeignet.
Scan2NotesOnlineab 2 € pro Seite (Paketpreise)KI-basiert, sehr gute Ergebnisse bei modernen Drucken, schnelle Bearbeitung, keine Installation nötig.
SharpEyeWindowsca. 169 €Älteres Programm, solide Erkennung bei guten Scans, weniger komfortabel als neuere Lösungen.
Musitek MIDISCANWindows, Macca. 99 €Für einfache Noten geeignet, weniger leistungsfähig bei komplexen Partituren.
NotateMe/PhotoScore AppiOS, Androidca. 39 € (App)Mobil, erkennt handschriftliche Noten (eingeschränkt), für schnelle Skizzen und einfache Noten.


Einschätzung der Praxistauglichkeit

  • SmartScore 64 und PhotoScore Ultimate gelten als die professionellsten Lösungen für umfangreiche Klavierauszüge und Partituren. Sie bieten viele Editiermöglichkeiten, aber die Einarbeitung ist komplexer.
  • ScanScore ist besonders für Chorsänger:innen und Ensembles attraktiv, da es einfach zu bedienen ist und gute Ergebnisse bei Standardnoten liefert.
  • PlayScore 2 und NotateMe sind ideal für den mobilen Einsatz und schnelle Scans, aber bei komplexen Partituren stoßen sie an Grenzen.
  • Audiveris ist für Technikaffine interessant, da es kostenlos ist, aber die Ergebnisse sind stark von der Scanqualität abhängig.
  • Scan2Notes ist ein moderner Online-Dienst, der mit KI arbeitet und besonders bei modernen Drucken sehr gute Ergebnisse liefert – ideal, wenn man keine Software installieren möchte.

Hinweis:
Die Erkennungsqualität hängt immer stark von der Qualität der Vorlage ab. Bei komplexen, alten oder handschriftlichen Noten sind Nachbearbeitungen fast immer nötig. Für professionelle Ansprüche sind SmartScore 64 und PhotoScore Ultimate zu empfehlen, für den schnellen, günstigen Einstieg ScanScore oder PlayScore 2.

Was sind Notensatz-Dateien?

Notensatz-Dateien sind digitale Dokumente, die Musiknoten und Partituren in einem strukturierten, bearbeitbaren Format speichern. Sie ermöglichen es Musiker:innen, Komponist:innen und Musikpädagog:innen, Noten komfortabel am Computer zu erstellen, zu bearbeiten, zu teilen und auszudrucken. Moderne Notensatzprogramme bieten zahlreiche Exportmöglichkeiten (z. B. PDF, MIDI, MusicXML) und unterstützen verschiedene Betriebssysteme. Besonders für Ensembles, Chöre oder Musiker:innen mit besonderen Anforderungen (z. B. Großdruck für Sehbehinderte) sind diese Dateien ein unverzichtbares Werkzeug, da sie flexible Anpassungen und eine effiziente Zusammenarbeit ermöglichen.

Vergleich der wichtigsten Notensatzprogramme

ProgrammPreis (ab)VorteileNachteileAlleinstellungsmerkmale
MuseScoreKostenlos- Open Source
- Sehr einfach zu bedienen
- Große Community
- Läuft auf allen Systemen
- MusicXML-Import/Export
- Eingeschränkter Funktionsumfang bei sehr komplexen Projekten- Kostenlos
- Umfangreiche Online-Notenbibliothek
- Viele Plugins verfügbar
PriMus FreeKostenlos- Einfache Bedienung
- Für Einsteiger geeignet
- Eingeschränkter Funktionsumfang
- Nur Windows
- Deutsche Entwicklung
- Fokus auf Chormusik
NoteflightKostenlos (Basis), ca. 50 €/Jahr (Premium)- Cloud-basiert
- Plattformunabhängig
- Kollaboration online
- Eingeschränkte Offline-Funktionen
- Premium für viele Features nötig
- Online-Zusammenarbeit
- Direkt im Browser nutzbar
Forte Basicca. 13 €- Einsteigerfreundlich
- Deutsche Oberfläche
- Entwicklung eingestellt
- Eingeschränkter Funktionsumfang
- Fokus auf Musikpädagogik
Capellaca. 99 €- Umfangreiche Automatisierungen
- Viele Erweiterungen
- Deutsche Entwicklung
- Oberfläche wirkt altmodisch
- Teilweise komplexe Bedienung
- Python-Skripte für Automatisierung
- Beliebt bei Verlagen
Dorico SEKostenlos (SE), ca. 99 € (Elements), 579 € (Pro)- Moderne Oberfläche
- Sehr flexibel
- Gute Notenwiedergabe
- Komplexe Einarbeitung
- Pro-Version teuer
- Entwickelt von ehemaligen Sibelius-Entwicklern
- Innovative Noteneingabe


Sibeliusca. 139 € (Artist), 559 € (Ultimate)- Professionelle Funktionen
- Gute Klangwiedergabe
- Viele Tutorials
- Teuer
- Lizenzmodell komplex
- Branchenstandard
- Gute Integration mit DAWs

Preise können je nach Anbieter und Version variieren. Die Tabelle ist nach dem günstigsten Einstiegspreis sortiert.

Hinweise aus der Praxis

  • Für viele Hobby-Musiker:innen und Ensembles ist MuseScore die erste Wahl, da es kostenlos, leicht zu bedienen und sehr flexibel ist. Besonders die Möglichkeit, Noten im MusicXML-Format zu importieren und als PDF zu exportieren, wird häufig genutzt.
  • Professionelle Verlage und Komponist:innen greifen oft zu Sibelius, Finale oder Dorico, da diese Programme komplexe Layouts und professionelle Ausgabeformate bieten.
  • Cloud-basierte Lösungen wie Noteflight sind ideal für kollaboratives Arbeiten und Unterrichtssituationen.
  • Für spezielle Anforderungen wie Großdrucknoten oder barrierefreie Noten gibt es individuelle Lösungen, die oft auf Basis von MuseScore oder Capella erstellt werden.

MSN mit Musescore erstellen

Beispiel in Musescore: Vergrößerungseffekt nur durch eine Erhöhung des Spatium von 1,626mm auf 2,626 mm

 Was ist Modified Stave Notation?

Modified Stave Notation (MSN) ist eine speziell angepasste Form von Notenschrift, die Menschen mit Sehbehinderungen oder bestimmten Formen von Dyslexie das Lesen von Musik erleichtern soll.

Sie ist nicht einfach nur vergrößerte Notenschrift. Stattdessen werden Proportionen, Abstände und grafische Elemente gezielt verändert, damit die Notation trotz größerer Darstellung übersichtlich, kompakt und gut erfassbar bleibt.

Laut RNIB und MPA entstand MSN, weil reine Vergrößerung von Notenblättern neue Probleme erzeugte:

  • zu große, unhandliche Seiten

  • zu viele oder ungünstige Umblätterstellen

  • ungleichmäßige Abstände zwischen Symbolen

  • schlechtere Lesbarkeit trotz größerer Schrift

MSN löst das, indem alle Elemente proportional angepasst und horizontale Abstände optimiert werden.

Nach Kontakten mit dzb lesen wurde klare das auch dort diese britische Normierung für Großdruck eingesetzt wird. Damit nehme ich das auch hier als Standard an. Es gibt ältere Tutorials dafür wie das in Musescore anzuwenden ist, die sich aber auf eine sehr frühe Version von Musescore beziehen. (https://musescore.org/en/tutorials/modified-stave-notation)

Bei der Nachforschung nun mit dem Keyword "MSN" gibts es auf Github auf der Musescore Projektseite bereits fertige Style Dateien für verschiedene Staff Spaces - also die Höhe des Notensystems, die direkt auf Notensatzdateien angewendet werden können. Sie liegen im MuseScore‑Repository unter:

https://github.com/musescore/MuseScore/blob/master/share/styles/MSN/README.md


Diese Dateien wurden mit Unterstützung der Royal National Institute of Blind People (RNIB) erstellt.

Damit kann man ohne eigenes Herumprobieren sofort mit MSN‑konformen Einstellungen arbeiten

🧩 Wie nutzt man die Style-Dateien in MuseScore?

  1. Herunterladen der gewünschten .mss‑Datei

  2. In MuseScore: Format → Stile laden…

  3. Datei auswählen

  4. Fertig — dein Score ist sofort im MSN‑Layout


Fazit:
Das Notenlesen im Alter ist eine echte Herausforderung, aber es gibt Lösungen – von Großdruck-Ausgaben über digitale Tools bis hin zu organisatorischen und musikalischen Strategien. Wichtig ist, dass Chöre offen über das Thema sprechen und gemeinsam Wege finden, damit alle Mitglieder weiterhin mit Freude musizieren können.